"Saisonende in Amsterdam" Oktober ´26

Es ist Freitag der 2. Oktober, ein letztes langes Weekend mit ELAN! Ja, die Fahrsaison ´26 ist mit diesen drei Tagen Geschichte - aus und vorbei. Wir kommen erst um 14.00 los, Arbeitstermine bestimmen den Rhythmus. Die Anreise ins Königreich ist zäh, Staus verlangsamen das Fortkommen. Aber es ist fast egal, denn heute am Freitag wird das Boot noch nicht bewegt. Stattdessen fahren wir mit dem großen Mazda nach Amsterdam, es ist reserviert für eine Nacht im Holiday Inn Noord.


Und es ist wunderbar, unser Zimmer liegt ganz oben im 13. Stock mit Blick nach Süden auf das IJ -  großartige Blicke auf die Stadt und das maritime Treiben.


Ganz nach Osten hin gut zu erkennen sind die Oranjessluizen. Da ging es in diesem Jahr zweimal durch, einmal nach Muiden und einmal die lange Strecke bis Naarden.


Gute Freunde sind ganz in der Nähe. Es kommt nämlich zum dritten Mal zu einer Begegnung "ELAN und WOMO". Der nächste Campingplatz vom Sixhaven aus gesehen ist Vliegenbos. Damit verbindet der Skipper eine besondere Geschichte. Vor vielen Jahren wurde hier quasi "dienstlich" gezeltet auf einer Recherchetour für das Ruhrgebietsmagazin Marabo und es kam hier unter den Bäumen des Vliegenbos zu einem Drogenexzess.


Heute geht es ruhiger zu, wir genießen ein Dinner am Wohnmobil und ein paar frische Weine.


Zu Fuss zurück zum Hotel...


...und wir bewundern den nächtlichen Blick auf die Lichter der großen Wasserstadt.


Am Samstag kaufen wir zunächst ein in den Jumbo-Foodhallen direkt gegenüber, brechen gegen 10 Uhr auf und fahren zum Boot. Das steht gut da, der kleine Yanmar startet spontan und wir laufen aus auf den Amsterdamrhijn-Kanaal.


Und natürlich geht es wieder in den Sixhaven, zum  dritten Mal in Folge. Vorne am A-Steiger ist Platz und wir legen ELAN an vertrauter Stelle in die Box.


Der Nachmittag gehört einem Rundgang durch die Stadt - der Skipper spielt den Fremdenführer. Stationen sind: Das Dach vom Nemo, das Holocaust Monument an der Nieuwe Herengracht, die Amstel und ein Gang vom Dam durch Op de Wallen zurück zum Sixhaven.


Auf dem Rembrandtplein eine Überraschung: Das Figurenensemble der Nachtwache ist verschwunden, stattdessen steht jetzt eine hochglanzpolierte Kugelkonstruktion namens Waterlife auf dem Platz.


Zurück auf dem Boot genießen wir für zwei Stunden ganz entspannt das Hafenkino.


Im Glas das kräftige Cherry-Bier mit feiner Restsüße aus der belgischen Traditionsbrauerei Chouffe.


Zum Dinner laufen wir entlang des Noordholland-Kanaals bis zum Bunk Hotel. In einer ehemaligen Kirche gibt es da auch ein Restaurant mit feinen schmackhaften Gerichten.


Am Sonntag großes Ontbijt an Bord für Besatzung und Gäste. Nach Regen in der Nacht ist es wunderbar klar, ein strahlender Spätsommertag beginnt.


Für die nächsten Tage ist gutes Wetter vorhergesagt, ideal wäre das für eine richtige Tour durch holländisches Wasser.


Aber wir müssen zurück, Montag beginnt eine Arbeitswoche und so ist das folgende letzte Bild auch ein Schlußbild für die Fahrten mit ELAN im Jahr 2026. Die Webcam auf dem Dach des Vereinshauses zeigt noch einmal die herrliche Kulisse des Sixhavens in voller Pracht mit ELAN unten rechts und der Besatzung klein in der Mitte am Ende des A-Steigers.




"Amsterdam-September" die Zweite

Freunde des Bootes, die hier regelmäßig das Neueste von ELAN lesen, könnten jetzt sagen: "Puh, schon wieder nur mal eben um die Ecke in den Sixhaven getuckert." Und sie haben ja auch recht - denn nur drei Tage nachdem ELAN nach einem dreitägigen Amsterdamtrip im Heimathafen T`Einde abgestellt wurde (klick) sind wir schon wieder da. Am Freitag, es ist der 11. September, starten wir die Maschine und fahren über den Amsterdamrhijn-Kanaal und die Nieuwevaart in das Herz der großen Wasserstadt.


Das Wetter hat einen deutlich herbstlichen Touch, die große Wärme des Sommers ist vorbei. Auf der Nieuwevaart kommt man von Osten quasi durch den "Hintereingang" in die Stadt. Zur Einstimmung erfreuen wir uns an einem deutschen Winzersekt. Es ist die Grande Cuvée Dosage Zero von Griesel, ein ganz feines Teilchen aus dem kleinen Weinbaugebiet Hessische Bergstraße.

Auf dieser Route kommt man raus am Oosterdok, dem alten maritimen Zentrum aus der Zeit des Gouden Eeuw.

Schnell über das IJ und schon rutschen wir am frühen Nachmittag in den Sixhaven. Es ist nicht viel los, wir bekommen, wie schon vor ein paar Tagen, einen Spitzenplatz vorne am A-Steiger.


Wir kaufen beim Albert Heijn Bordproviant ein und suchen ansonsten Ruhe und Entspannung auf dem Boot. Die Sonne läßt sich blicken - herrliche Stimmung wieder mal an vertrauter Stelle. Zum Dinner wechseln wir mit der Fähre ins Zentrum und probieren Janines Backery und Restaurant aus. Das ist nicht, wie der Name vielleicht vermuten läßt, ein kleines von Inhaberinnen geführtes Lokal, sondern das (neue und auch große) kulinarische Angebot im Renaissance Hotel, nur ein paar Schritte von Centraal Station entfernt. Wir bestellen ein paar Vorhäppchen und zwei Hauptgerichte. Alles ist gut gemacht, Höhenflüge bleiben aber aus.


Danach ein Kurzbesuch nur ein paar Meter weiter, im Viktoria Hotel gönnen wir uns dort in Vics Bar einen kleinen Absacker. Das ist eine klassische Hotelbar, durchaus schick. Eventuell vorhandene Berührungsängste mit der Institution "Bar" sind hier aber fehl am Platz. Es geht lässig zugänglich zu, die Cocktails sind preislich auf einem stabilem Niveau.


ELAN bietet für die Nacht wieder mal eine sichere Heimstatt.


Am Samstag bleiben wir lange an Bord, Entschleunigung ist das Motto des Weekends. Hier mal ein schönes Seitenbild von ELAN. Man sieht gut die verschiedenen Bereiche auf nur 7,80 Metern von Bug bis Heck und damit die geniale Konstruktion der Albin 25 aus den 70er Jahren.


Schließlich brechen wir zu einem kleinen (Shopping)bummel auf. In der Kalverstraat kaufe ich ein Paar Skechers, danach noch durch die 9 Straatjes. Auf dem Rückweg ein echtes Highlight! An der Spuistraat liegt die große Dominicuskerk, ein Sakralbau aus dem 19. Jh. im neugotischen Stil. Die war mir noch nie aufgefallen. Kein Wunder, denn die durchaus große Kirche liegt eingekeilt zwischen normaler Bebauung und hat keinen Turm. Hier findet gerade im Rahmen der Open Monumentendage eine Probe des Bach-Ensembles Amsterdam statt. Eingeübt wird das Kyrie eleison der Petite messe solennelle von Rossini - eine wunderbare halbe Stunden lauschen wir.



Zurück an Bord heißt es dann "frisch machen" und nach nur einer Stunde wieder aufbrechen, denn ein Tisch zum Dinner ist reserviert im Restaurant Oriole Garden. Das ist nun schon wieder nichts Kleines, sondern ebenfalls ein Angebot in einem Hotel, dem edlen Sofitel Legend The Grand. Und damit ein deutlich anderes Kaliber als gestern. Das historische Gebäude am Oudezijds Voorburgwal war früher ein Kloster, danach Rathaus und Sitz der Admiralität. Das Oriole ist quasi das im Bistrostil geführte Zweitrestaurant im Haus und hat eine besondere Empfehlung als "BIB Gourmand" im Michelinführer (klick).


Und das bestätigt sich an diesem Abend, denn BIB Gourmand weist ja auf eine besonders gutes Preis-Leistungsverhälnis hin. Das 4 Gang-Menü für überschaubare 65€ kommt sehr fein daher mit tollen Zutaten in origineller und handwerklich einwandfreier Ausführung, zudem auch sehr reichlich portioniert. Vorweg ein kleines Abenteuer: Ich bestelle einen dreier Cocktailflight mit besonderen auf Amsterdam bezogenen Aromen von Senfsaat bis Speculoos.




Zum Essen begleitet was Bewährtes: Van Volxem "Alte Reben" von der Saar.


Auf dem Weg zurück klingeln wir noch an der Tür von Rosalias Menagerie, eine Bar am Kloveniersburgwal, wo wir vor drei Jahren schonmal waren (klick) und die nun wirklich als "intim" zu bezeichen ist. Wir müssen kurz warten, werden aber dann eingelassen, ein Tisch ist gerade frei geworden. Hier gibt es kein gängiges Cocktailangebot, sondern eine kleine Parade sehr individueller und eigensinniger Kreationen.


Draußen ist es feucht, Regenwellen ziehen von der Nordsee her über die Stadt. Es ist trotzdem immer wieder ein Genuß durch den alten Kern der Stadt zu laufen. Der Grachtengürtel verströmt in seiner weltweiten Einmaligkeit ein besonderes Flair, das sich auch nach so vielen Besuchen in den letzten Jahren nicht abnutzt und immer wieder für Erstaunen sorgt. 


Auch immer eine beindruckende Kulisse: Das IJ von der Fähre aus mit Blick in Richtung Westen.


Wir schaffen es noch eingermaßen trocken zum Sixhaven. In der Nacht gibt es dann richtige Schauern, es prasselt auf das Verdeck und es tun sich im Bereich der Vorderkabine einige Leckstellen auf. Aber das ist ein anderes Thema und muß im Rahmen eines Arbeitsbesuches angegangen werden. Am Sonntag ist es dicht bewölkt, zunächst aber noch trocken. Das Wetter ähnelt dem vom letzten Dienstag. Und ich handle auch wieder gleich: Vor dem angekündigten Beginn des Regens gegen 11.00 machen wir ELAN vaarklaar und legen um 9.45 ab.


Wieder durch das Oosterdok, an Backbord der Museumshafen und an Steuerbord das Scheepvaartsmuseum mit der Replika der Amsterdam. Da gab es ja erst vor kurzem einen wirklich lohnenswerten Besuch des Skippers (klick).


Wir nehmen wieder die schnelle Strecke über die Nieuwevaart und der Plan geht auf: Wir erreichen den Heimathafen, bevor die erste Regenwelle niedergeht. Hier mal ein interessantes Kartenbild aus der Waterkarten-App. ELAN (das blaue Dreieck links) ist noch auf der Nieuwevaart und biegt gleich ab auf den Amsterdamrhijn-Kanaal. Das rote X markiert den Heimathafen.











Elan läuft wieder! Also nach Amsterdam, again...

Es ist der 6. September ´26 - ich fahre mit einem guten Freund zum Boot. Das ist tatsächlich 6 Wochen nach dem letzten Besuch beim Bootje. Und das in der Fahrsaison! Aber es gab viel anderes, auch eine Sommerreise an das Mittelmeer. Und da war ja auch das große Problem mit dem Schalthebelmechanismus. ELAN lag schachmatt im Heimathafen T `Einde (klick). Eine neue Schaltgruppe wurde vom Klusbedrijf  Schoonens mittlerweile eingebaut - ich blicke also auf Ungewohntes. Aber die neue Einheit sieht fein aus und ist hochwertig. Ich starte das Boot, der kleine Yanmar läuft nach ein paar Umdrehungen willig.

Ziel für eine Übernachtung ist wie so oft der Sixhaven, an einem sonnigen Sonntag laufen wir am frühen Nachmittag ein.


Es ist klar Nachsaison, der Hafen ist nur locker gepackt und wir bekommen einen schönen Platz vorne am A-Steiger.


Wir gehen den Nachmittag stressfrei an. Zum Dinner brechen wir dann auf in die Stadt und kehren ein ins Fulu Mandarijn. In meiner erotischen Novelle Marie Galante heißt es dazu: "Dahinter lag der Rokin und da im Haus Nr. 26 das „Fulu Mandarijn“, ein Restaurant, das sich der Sichuan Küche verschrieben hat. Es war wie die meisten Häuser in der Altstadt zur Straße hin schmal, innen jedoch weitläufig. Die Speiseräume verteilten sich auf zwei Etagen. Auch die Karte war umfangreich, und daher waren alle froh, dass Henk auch hier das Kommando übernahm und für die ganze Gruppe bestellte. Jede Menge reichgefüllter und exotisch duftender Schüsseln und Schälchen kamen in die Mitte der Tische und alle bedienten sich. Jetzt muss man wissen, dass sich die Sichuan Küche vor allen anderen Küchen des Riesenlandes durch eine pointierte Schärfe auszeichnet. Als er von der Schale mit „Gestoomde kip, koud geserveerd met mandarijn special spicy sauce“ probierte, brach ihm der Schweiß aus. Mit sowas kam er nicht gut zurecht. Tess, die neben ihm saß, amüsierte sich darüber, machte eine Bemerkung auf niederländisch, worauf Bärbel, die ihm direkt gegenüber saß, laut auflachte. Er nahm das hin, freute sich sogar inmitten der Frauen."


Der Besuch jetzt verläuft nicht ganz so aufregend. Die bestellten Gerichte sind solide, bis auf den Trockeneisnebel bei der Vorspeise aber ohne besonderen Aha-Effekt. Als Apero kommt ein brennender "Fire Dragon" an den Tisch.


Zurück dann durch "Op de Wallen", wie immer ein buntes Treiben entlang der Kanäle.


Zum Ende setzen wir mit der Fähre über nach Noord, ELAN bietet eine sichere Heimstatt für die Nacht.


Montagmorgen - die Wetterprognose ist sehr gut. Und weil es durch eine Terminverschiebung möglich wird bleiben wir spontan bis Dienstag und können so noch einen Tag dranhängen. Wir lassen uns also Zeit und ELAN bleibt auf ihrem Passantenplatz im Sixhaven.
 

Ich habe für drei Tage zu wenig Kleidung mitgenommen, darum ein kurzer Einkauf in der Stadt. Dann nehmen wir die Fähre nach Noord auf das alte Werftgelände und kehren ein auf die große Terasse im Pllek: Großer Genuß mit herrlichem Blick auf das IJ.


NDSM ist immer noch Kreativzentrum, alles ist im Umbruch, viel Altes, spontan Umgewandeltes und Improvisiertes allerorten.


Wir laufen viel herum in Noord, kaufen in den Jumbo Foodhallen ein und bereiten ein kleines "Nautical Buffet" an Bord, an dem Hyacinth Bucket sicher ihre Freude gehabt hätte (klick).



Der Dienstag präsentiert sich wechselhaft. Ein schwerer grauer Himmel hängt über der Stadt, Regenwellen sind angekündigt Ich beschließe einen frühen Aufbruch und so tuckert ELAN gegen 9.00 aus dem Sixhaven heraus.


Die Fahrt zurück in den Heimathafen nimmt nur 45 Minuten in Anspruch.


Alles läuft gut, ELAN liegt in ihrer Box. Das Saisonende ist abzusehen, die feste Absicht ist eine weitere Fahrt im September.