Zum Bootje - April ´26

ELAN wurde kurz vor Silvester "eingepackt", also winterklaar gemacht (klick). Erst jetzt Mitte April fahre ich mit einem guten alten Freund wieder nach Amsterdam in den Jachthaven T´Einde, um die Plane zu entfernen, die Akkus wieder einzubauen und ein paar Arbeiten in Auftrag zu geben. Nach den langen Jahren an der Vecht in Nederhorst und Weesp ist das hier noch alles neu. Und die Erinnerung ist noch frisch an die Überführung an einem sonnigen Tag vor fast einem Jahr im Mai ´25 (klick). Aber nun gleich eine Überraschung: ELAN steht nicht mehr "op de kant", sondern ist schon im Wasser und liegt friedlich in ihrer Box.

Nunja, das war nicht abgesprochen, aber warum nicht. Erstmal alles öffnen und lüften. Die Plane liegt im Boot - kommt raus. So wie auch die Entfeuchterboxen. Die beiden Akkus werden eingebaut, und ja: Ich starte testweise den Yanmar! Nach ein paar Umdrehungen des Anlassers springt er an und das Herz des Bootes beginnt im ruppigen Rhytmus des kleinen Dieselmotors aus Japan zu schlagen - große Freude. Aber ist alles gut? Es gab ja Probleme mit dem Motorlauf im letzten Jahr. Und ich sehe, dass die Maschine im Leerlauf ziemlich wackelt im Motorkasten. Möglicherweise sind die Gummipolster der Halterungen verschlissen. Das muss nachgesehen werden, auch eine Motorinspektion mit Öl - und Filterwechsel ist fällig. Das gebe ich direkt in Auftrag. Denn ELAN soll uns ja auch in der Saison ´26 stressfrei viel Vergnügen bereiten.


Das Wetter ist herrlich, ein sonniger Frühlingstag. Wir fahren rüben an die Vecht nach Muiden und genießen auf der Terasse vom Ome Ko mit Blick auf die Groote Zeesluis ein schönes Affligem Dubbel und Borrelhappjes.



Auf der Rückfahrt noch ein kurzer Abstecher in Muiderberg mit einem weiten Blick über das Markermeer. Das tiefblaue Wasser reicht bis zum Horizont. Da zog ELAN im letzten Jahr ihre Bahn von Norden kommend auf der Rückfahrt von Monnickendam (klick).


Hier am Ufer gibt es einen richtigen Strandpavillon wie an der Noordzee. Es klingt aus wie ein kleiner Ferientag, eine Entrückung vom Alltag: In der Zeemeeuw gibt es Kopje Koffie und Appelgebak mit Slagroom.



ELAN - winterklaar kurz vor Silvester ´25 !


Die letzte Fahrt mit ELAN war Ende August, eine Wochenendtour nach Amsterdam (klick). Seitdem liegt das Boot verwaist im Jachthaven T ´Einde. Die Sasion ´25 war also sehr kurz. Wir waren im Oktober kurz vor Ort, um den Schlüssel abzugeben. Da lag Elan noch im Wasser. Über Silvester sind wir wie immer in Egmond an der Nordsee. Von da fahren wir an einem Vormittag zum Boot, um endlich die Plane zu installieren.

ELAN steht aufgebockt ganz vorn und ist gut zugänglich, kein Vergleich zu der engen Stellung der Boote in der Jachtwerf Weesp. Hier stehen nur weinge Boote "op de kant". Einge sind mit Schrumpffolie überzogen. Das kann man hier in Auftrag geben, ist aber teuer. 


Das Wetter ist trocken, sogar die Sonne kommt raus. Wir öffnen das Verdeck und lüften durch. Das Boot ist von innen trocken. Ich baue die Akkus aus und es werden vier Entfeuchterboxen in die Bereiche verteilt. 


Dann kommt die Plane drauf, die ist neu und sitzt knapp, besser als zu groß wie in den vergangenen Jahren


Es ist mild und trocken, und das kurz vor Jahresende. Wir machen alles fix und fertig und fahren zurück an die Noordzee.






Sixhaven Weekend im August ´25

Ende August - das Ende der Fahrsaison ´25 droht. Denn im September geht nicht mehr viel, Reisetätigkeit und Arbeitstermine stehen an, also schnell nochmal für ein kurzes Weekend zum Boot. In der Woche zuvor wurde ja nur kurz nach ELAN geschaut und das Auto am Jachthaven abgestellt. Grund: Der großartige Besuch bei der Sail Amsterdam ´25 (klick). Aber jetzt geht es los, der kleine Yanmar startet klaglos.


Wir tuckern vom neuen Hafen das kurze Stück über den Amsterdamrhijn-Kanaal und die Nieuwevaart ins Zentrum der großen Wasserstadt. Ein frischer Weißer steht bereit.


Wir queren das immer wieder prächtige Oosterdok mit dem Nemo und den Museumsschiffen davor...


...und schon laufen wir ein im Sixhaven, wie schon so oft bezeugt vom Livebild der Webcam.


Im Hafen hat es sich beruhigt, in den letzten Wochen war es hier zu den Wochenenden immer knackevoll. Vorne ist noch was frei, wir machen fest an der Kade zwischen A und B-Steiger. Hier kam es vor fast genau einem Jahr zu einem dramatischen und auch sehr traurigem Ereignis mit einem guten Freund (klick).

Wir machen rüber in die Stadt und laufen weit südlich über den Grachtengürtel hinaus in Richtung Oud Zuid. Südlich des Vondelparks geht es da sehr vornehm zu, das Viertel ist "rich" - allerdings mit Amsterdammer Lässigkeit.


Zurück über den Museumsplein und den westlichen Grachtengürtel, wir genießen Flair der alten Prachtstadt.




Nach kurzer Pause an Bord bleiben wir zum Dinner am Nordufer und kehren ein im Restaurant Lowlander Botanical, untergebracht in einer alten Gewerbehalle direkt am Wasser. Hier waren wir schon dreimal. Auch heute ist das wieder ein zwangloser Genuß ohne Hektik in schöner Kulisse mit weitgehend vegetarischer Karte.



Am Sonntag brechen wir gegen 10.30 auf. Das Wetter ist besser als vorhergesagt, nach Regen in der Nacht zeigt sich der Morgen bei Ausfahrt auf das IJ in herrlichem Spätsommerlicht.


Wir nehmen die Rückfahrt durch den IJhaven. Hier war vor einer Woche noch gewaltig was los (klick), Treffpunkt von Großseglern aus aller Welt.


Ankunft im neuen Heimathafen. Das Boot wird gut vertäut, die Verdecke fest verschlossen. Ein nächster Besuch wird erst wieder in 4 Wochen möglich sein, für ein dann womöglich letztes Wochenende in diesem Jahr.








Sail Amsterdam - August ´25


Die Sail Amsterdam ist das größte maritime Event der Welt. Nichts weniger als das findet seit 50 Jahren alle 5 Jahre in der großen Wassermetropole statt. Jetzt im August ´25 allerdings erst seit 10 Jahren wieder, in ´20 fiel das wg. Corona aus. Was passiert? Im Kern kommen aus vielen Ländern die Tall Ships, also die großen noch betriebenen mehrmastigen Großsegler herbei. Dazu aus den Niederlanden das ganze sogenannte Varend Erfgoed - mit Aufwand und Liebe fit gehaltene Schiffe der niederländischen Seefahrttradition: Segler, Kutter, Schlepper, Motorjachten etc. All dies formiert sich in IJmuiden und zieht dann in langer Parade über den Noordzeekanaal und das IJ in die Stadt ein und macht für 5 Tage an den Kaden östlich von Centraal Station fest. Was aber das Bild erst vollständig macht und für eine einmalige so an keinem anderen Ort der Erde gesehene Kulisse sorgt, sind tausende von Privatbooten in allen Größen, Formen und Farben die, einem gigantischem Wimmelbild gleich, die Parade ergänzen.


Doch es ist erst der Dienstag, der Tag davor. Ich stelle das Auto am neuen Heimathafen ab und fahre mit dem kleinen Elektrofaltrad in die Stadt. Ja, ELAN bleibt im Hafen. Ich werde es noch bereuen, aber die technischen Auffälligkeiten vom letzten Wochenende (klick) am Antrieb verunsichern.


Also alles nur vom Ufer aus erleben. Ich sichte am Vortag das ganze Areal, fahre am IJhaven vorbei, setze über ans Nordufer und beziehe mein Nachtquartier. Wieder mal ein Brückenwärterhäuschen wie schon im Winter ´22 (klick) ist reserviert, diesmal an der Meuwenlaanbrug über dem Noordhollandschkanaal. 



Die Brücken im Stadtgebiet werden alle fernbedient seit Jahren, viele von den Bedienhäuschen sind umgewidmet in "Hotelzimmer" unter dem Label Sweets. Alles innen mit viel Kreativität und Sinn fürs Detail individuell umgebaut. Ich könnte nicht glücklicher sein über die Unterkunft neben der Brücke mitten auf dem Kanal.



Eine kleine Stärkung mit herrlichem Nieuwe Haring vom Vishandel Peter Tol.


Am späten Nachmittag fahre ich am Nordufer bis zum alten Werftgelände und zur Marina, da läuft gerade ein U-Boot der Marine ein und ein großer Kreuzfahrer aus.



Auch im Sixhaven schaue ich vorbei, ist bis zum Anschlag gefüllt.


Bei Meneer Kebap ("From Istanbul to Amsterdam") hole ich mir was und genieße den Abend auf der Brücke.






Der Mittwoch - ich bleibe bis 10.30 im Brückenhaus, fahre dann wieder das Nordufer ab. an den Kaden sammeln sich die Zuschauer. Auf dem IJ ein starkes Bild: Tausende Plezierboote fahren in Richtung Westen der Parade entgegen.


Es dauert, aber der Moment als sich gegen 14.00 Uhr die ersten hohen Masten unter Segel zeigen und näherkommen ist Gänsehaut pur.


Angeführt wird die Flotte von der Stad van Amsterdam, dahinter folgt alles weitere, begleitet von einer solchen Menge von Booten, daß es nicht zu fassen ist. Ich stehe am Ufer in der Nähe vom Filmmuseum Eye, habe einen guten Blick und ja, mich "übermannt" es und mir kommen die Tränen, so etwas habe ich noch nie gesehen.


Es folgen legendäre Schiffe - Gorch Fock, Alexander Humbolft II, Sagres, Christian Radich, B.A.P. Unión, Shabab Oman II, Stad Amsterdam, Dar Mlodziezy...

















Mittendrin das langjährig in Egmond stationierte Rettungsboot Adriaan Hendrik.


Ein Schwesterboot zieht vorbei: Die Albin 25 "Boreas". Ich fühle mich auf einmal passiv, gern wäre ich mit ELAN natürlich aktiv auf dem Wasser dabei.


Das ganze Spektakel dauert gut drei Stunden. Ich muß ja wieder auf die Südseite für die Rückfahrt, die Fährboote nehmen trotz dichten Verkehrs ihr Arbeit wieder auf und bahnen sich einen Weg durch das Gewimmel.




Die Großsegler haben im IJhaven festgemacht, auch jede Menge schwimmende Oldtimer. Da wollen jetzt alle mit ihren Booten hin und dran längsfahren. Das wäre jetzt auch mit ELAN schön, wäre dabei vielleicht sogar dem Koning begegnet, der fährt nämlich auch dort mit dem Groene Draak von Beatrix, dem wir ja schon zweimal in Muiden begegnet sind (klick).



Ich laufe durch den IJhaven, mache einen Abstecher zum Kop van Java (da liegen Boote der Kriegsmarine) und fahre mit dem kleinen Fiido wieder zurück zum Auto. Und verlasse damit die Sail ´25, die mit viel Beiprogramm noch bis zum Sonntag weitergeht. In 5 Jahren geht das hier nochmal los...