Es ist der
8. Mai, wichtiges Datum der deutschen Geschichte. Der Skipper steigt in den großen Mazda und düst (verhalten wg. Spritpreishöhe) gen Holland. Zwei Tage sind geplant, um endich mal für den Beginn der Fahrsaison ´26 zu sorgen. Aber halt! Es wird nicht gefahren, sondern es geht zuvörderst um eine Reinigung des Bootes. Schon vor zwei Wochen
(klick) gab es eine Fahrt zum neuen Heimathafen. Da lag ELAN überraschenderweise schon im Wasser. Die Akkus wurden damals eingebaut und etwas "klar Schiff" gemacht. Mehr nicht. Jetzt geht es erstmal um eine gründliche Reinigung der Oberflächen.

Das Wetter ist herrlich. Das Setting hier am Amsterdammrhijn-Kanaal in der Nähe der großen Wasserstadt und unter der Autobahnbrücke ist natürlich was ganz anderes als die ländliche Idylle in Nederhorst am Spiegelplas. Nach zwei Stunden Arbeit steht das Boot gut da - nur äußerlich. Eine technische Inspektion und eventuelle Reparaturen stehen noch aus und sollen durch einen Mechaniker am nächsten Montag angegangen werden.
Gegen 15.00 breche ich vom Hafen auf und fahre ins Polderland südlich von Amsterdam. Hier gibt es kleine Wasserläufe, auf denen ELAN schon öfter gefahren ist. Direkt am Ufer der Waver ist eine Übernachtung gebucht in der
Villa Oldenhoff.
Ein ehemaliger Bauernhof wurde umgewidmet zu einem herrlichen kleinen Boutiquehotel, aufgeteilt auf mehrere Gebäude. Hinter den schilfbewachsenen Ufern ragt die Silhouette von Amsterdam-Zuidoost auf.
Ich habe das neue Bike dabei. Mit reiner Muskelkraft drehe ich eine schöne Nachmittagsrunde über die Waver und die Oude Waver bis zur Amstel und an deren Ufer über Oudekerk zurück.
Auf der Strecke gibt es einige kleine Brücken zur Selbstbedienung. Hier fuhr ELAN schon mehrfach hindurch, zum letzen Mal erst in ´25 auf einer dreitägigen Südrunde zu den Westeinder Plassen
(klick).
Es macht großen Spaß mit dem Cube zu fahren. Das
leichte Carbonrad gleitet wunderbar durch die rurale Idylle unter hohem Himmel zwischen Wasser und Schilf.
In der Villa Oldenhoff ziehe ich mich ins schöne Zimmer zurück für einen Imbiss, dazu steht ein kräftig-üppiger
Châteauneuf-du-Pape von Guigal bereit.
Das ganze Setting hier erstrahlt am anderen Tag in sonnigen Morgenlicht, dazu ein feines Ontbijt als Einstieg in einen aktiven Tag.
Denn auch heute heißt das Motto "Bike statt Boot". Ich stelle das Auto ab beim Albert Heijn in Diemen und drehe eine große Runde um Amsterdam. Entlang der Weesper Trekvaart bis zur Amstel, ein Abstecher über den Albert Cuypmarkt in De Pijp, weiter bis zum Oosterdok und Centraal Station und schließlich mit der Fähre übers IJ nach Noord über Schellingwoude bis nach Durgerdam und über Zeeburg zurück. Alles mittlerweile vertraute Orte hier, immer wieder fazinierend.
Kurze Pause über der Amstel auf der
Magere Brug, die Brücke für Verliebte.
An der Nieuwe Herrengracht im ehemaligen jüdischen Viertel liegt das Holocaust Monument, entworfen von
Daniel Liebeskind. Es erinnert an die rund 102.000 jüdischen Menschen, die von den Nazis während der deutschen Besatzung verhaftet, deportiert und in Vernichtungslagern ermordet wurden.
Am Wertheimpark ein nostalgischer Blick auf das Erkerzimmer des ehemaligen Hotels Parklane, Ort einer denkwürdigen Übernachtung vor vielen Jahren.
Am Kreuzfahrtterminal ist es auf einmal laut, auch Polizei steht herum. Eine Demo gegen Cruise Ships läuft hier. Die Einfahrt der großen Pötte über den Noordzeekanaal ist seit Jahren umstritten und soll nach der Absicht der grün-linken Stadtregierung eingeschränkt und auf Sicht ganz eingestellt werden.
Auf der anderen Straßenseite melden sich jedoch auch Befürworter unter dem Motto "Cruise ships welcome".
Und darum geht es: Heute liegt die
Celebrity Eclipse mit ihren 317 Metern Länge hier fest, die Passagiere schiffen sich ein.
Ich setze mit der Fähre über und mache eine Pause am Filmmuseum Eye direkt am Ufer des IJ...
...und genieße hier einen Klassiker: Nieuwe Haring von Stubbe, dazu ein kleines Heineken.
Fährt man in Noord über den Nieuwendammerdijk immer weiter gen Osten ist man schnell raus aus der großen Stadt und findet sich, ähnlich wie im Süden, in einer ruralen durch und durch holländischen Ideallandschaft wieder: Das alte
Deichdorf Durgerdam.
Von hier aus geht es wieder südwärts über die Schellingwouder Brug und den Amsterdamrhijn-Kanaal. Da bietet sich tatsächlich von der nur für Radfahrer und Fußgänger gebauten Nesciobrug noch mal ein Blick auf den
Jachthaven T` Einde. ELAN liegt da brav in ihrer Box und wartet auf den Start der Saison ´26.