BIG 47 und ELAN - 14./15. April ´18




Bootje ELAN liegt seit einer Woche wieder im Jachthaven Spiegelzicht, mal nachsehen wie es ihr da geht. Geplant ist keine große Tour, nur ein kurzer Arbeitsbesuch. Am neuen Boden muß noch was ergänzt werden, etwas putzen - zu mehr ist gar nicht Zeit am Samstag. Übernachtungsplatz ist nämlich eine besondere Adresse, da ist um 16.00 Übergabe.



In den sattgrünen Wiesen zwischen den Vinkeveener Plassen und Amsterdam, direkt am Zusammenfluss von Winkel und Waver (befahren im letzten Jahr hier), liegt Big 47, ein ehemaliger Schweinestall.




Innen sehr großzügig, ein großer heller Raum, schön individuell eingerichtet. Das Eigentümerpaar, der Mann Architekt, hat hier mitten im grünen Rand von Amsterdam an den richtigen Stellschrauben gedreht und mit viel Liebe und auf moderne Weise diese typische Holland-Sfeer geschaffen, strahlt Gelassenheit und Gemütlichkeit aus.



Weite Blicke innen wie außen...



Die Sonne kommt vor und wir machen noch eine kleine Wanderung längs der Waver, am Horizont immer schon die Silhouette der großen Stadt. Ein Ort des Übergangs...




Die Küche ist super, wir haben eingekauft und es gibt ein Diner in der Dämmerung...




Am Sonntag zurück zum Boot nach Nederhorst, es soll auch noch ein bisken geschippert werden. ELAN kreuzt eine Runde auf dem Spiegelplas. Denn das Motto ist ja "altijd vaarklaar"!




Überführung nach Nederhorst - 5. April 2018

Anfang April 2018, die dritte Fahrsaison mit ELAN beginnt!

Dieses Mal ist geplant, Zuwasserlassung, Inspektion und Überführung nach Nederhorst in eins zu legen. Dank gewohnt guter Zusammenarbeit mit der Jachtwerf Weesp und dem Chef Bart klappt das auch. Und zum Glück ist auch ein Hilfsmatrose aus Deutschland mit dabei, freiwillig!
Direkt nach Ankunft in Weesp kommt die Plane ab, die Bodenplatten mit dem neuen Belag und die Akkus kommen rein. Das hintere Cabriokap war für den Winter ab, zwei Risse wurden in Bochum vom Sattler perfekt ausgebessert, und als das wieder drauf soll kommt schon der Hubtrecker und zieht ELAN mit uns oben drauf vom Stellplatz weg direkt zum Kran. Die großen Schlaufen kommen drunter und wir werden mit dem Boot ins Wasser gesetzt. Zwei Minuten nach dem Festmachen erscheint auch ein Mechaniker und will sich dem Motor widmen. Er habe 17 Jahre bei Yanmar gearbeitet, kennt den alten 2QM auswendig und führt sofort die notwendigen Arbeiten aus. Es ist nicht viel, was man bei so einem kleinen Dieselmaschinchen regelmäßig machen muß, das wenige ist aber für eine lange Lebensdauer wichtig: Regelmäßiger Ölwechsel mit Filter, Ölwechsel beim Umkehrgetriebe, Austausch der beiden Dieselfilter, Impellerkontrolle bzw. Wechsel, ebenso Luftfilter. 


Im Prinzip könnte man jetzt beim Boot bleiben oder in Weesp ein Kopje Koffie trinken und dann am Nachmittag über die Vecht zum Spiegelplas schippern. Doch es gibt andere Pläne.
Die Überführung soll erst morgen sein, der Nachmittag und Abend gehört der großen Stadt. Der Wagen bleibt bei der Jachtwerf, mit dem Sprinter sind es von Weesp nur knapp 20 Minuten bis Centraal Station Amsterdam.


Die Unterkunft ist ein Hotelschiff im Oosterdok, ein paar Schritte links vom Bahnhof raus. Großartige Kulisse: Wasser, Boote, Hollandse Luchten - ein Canaletto Blick auf die Weltstadt vom Allerfeinsten.


Die SAILING HOME ist ein fahrendes Hotelschiff, liegt also nicht nur fest am Pier, sondern unternimmt auch Gästetouren. Ein alter Pott mit Charakter, innen sehr schön ausgeführt, toller Salon, gute Kabinen mit eigenen Bädern.




Am Oosterdok liegt über dem IJ-Tunnel das NEMO - Science Museum, oben aufs Dach kommt man gratis. Wie ein großes Schiffsdeck mit herrlicher Aussicht ist es da, ganz großes Kino...


Die Hotelboote vom Nemo aus gesehen, dahinter der Montelbaanstoren, errichtet 1516, mit 48 Meter Höhe quasi ein sehr früher Wolkenkratzer, nur übertroffen seinerzeit durch den Turm der Oude Kerk. Links daneben die Oude Schans, eine der Durchfahrten vom IJ zur Amstel.


Das Scheepvaartmuseum, früher Magazin der Admiralität, davor der Nachbau der Amsterdam, Erinnerung an die Zeit der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC).
Da schipperte im letzten Jahr auch schon ELAN in Richtug IJ vorbei, auf der großen 2-Tages-Tour von den Vinkeveener Plassen und über die Amstel kommend (klick)


Unterhalb liegt der Museumshaven, herrliche Sammlung historischer Schiffe, größtenteils in Privathand und bewohnt.



Zum Diner dann in den Sea Palace, der liegt auch seit eh un je im Oosterdok. Da wollte ich die legendäre Ente probieren, voller Erfolg...



Vom Oosterdok sind es nur ein paar Schritte ins pralle Amsterdamer Nachtleben, durch Chinatown auf die Wallen. Ein Absacker mitten im Red Light District, ein Klassiker: Westmalle Dubbel...


Am anderen Morgen noch eine kleine Runde. Herrliches Wetter, der frische Frühling strahlt, die Natur zeichnet scharf, füllt die Flächen mit feinem Pastell - Amsterdam, die Bilderstadt.


Am Single dann ein Harings-Broodje bei Stubbe, Qualitätsführer, Referenz, Anbieterlegende für Fischbrötchen - nichts weniger als das, eet smakelijk!


Doch so sehr man sich in der großen Stadt auch verlieren kann, es muß weitergehen zum Bootje, muß ja überführt werden. Also zur Centraal Station und zurück nach Weesp. Das Auto wird zuerst nach Nederhorst gebracht, dann wieder mit dem Bus nach Weesp zur Jachtwerf, viel Bewegung an zwei Tagen...


Auf der Jachtwerf freundlicher Empfang durch Bart, alles ist gemacht, die Rechnung fällt freundlich aus, 250€ sind zu entrichten. Bei feinstem Wetter nun die erste Fahrt mit ELAN, sie läuft wie dolle, schon voraus die Lange Vechtbrug.


Der Rest vom Cardinal Zin im Glas, Spaßwein, passt zur fröhlichen kleinen Tour...


ELAN hat eine technische Neuerung. Nach sporadisch aufretenden Startproblemen in 2017 wurde in der Jachtwerf statt des Starterknopfes ein Yanmar Schlüsselstarter eingebaut.


Nach der Schleusung wieder auf dem Spiegelplas, Heimkehrerlicht wie schon so oft. Auf Steuerbord liegt die Einfahrt zum Heimathafen...


Altijd vaarklaar!




Neue Böden für Bootje

Bootje ELAN hat vorne unter Deck, am Steuerstand und in der Pflicht als Fußboden einen blauen Teppichboden. Das gefiel nicht jedem. War auch schwierig zu reinigen. Also soll ein glatter Boden rein. Teakholzleisten oder Schiffsbodenimitat aus Kunststoff vom Marinehersteller kosten hohe QM-Preise. Zwar ist die Fläche nicht groß, trotzdem herrscht Unlust, da mehr als 150€ reinzustecken. Wer weiß, was ELAN technisch in dieser Fahrsaison für Überraschungen fürs Budget bereithält.

Also bitte schauen was rein kommt: Laminatboden in Weinkistenoptik = Supersache!


Von den Bodenbrettern wurde mühsam der verklebte alte Teppich entfernt. Dann flächig darauf das Laminat verklebt, mit der Stichsäge der Überstand abgetrennt, die Ränder etwas beigeschliffen und schließlich die beiden Griffe eingelassen.
Ob alles passt und sitzt zeigt sich beim Einbau in Weesp die Tage...



ELAN winterklaar - 30. November ´17


Bootje ELAN ist seit einigen Wochen wieder im Winterquartier in der Jachtwerf Weesp. Hier haben wir die Albin 25 im März 2016 zum ersten Mal gesehen und dort dann auch vom Bootsmakler Hans Krijnen gekauft.

Die Jachtwerf verfügt über alle technischen Einrichtungen, man ist dort auf die Versorgung und Ausbesserung von "alten Schätzkes" spezialisiert. Die Niederlande sind voll davon, jede Menge Antik-Bootjes schwimmen allerorten, gammmeln auch unbewegt in zig Häfen vor sich hin.
Hier nimmt man sich dieser Boote an, von der kleinen Sloep bis zum bulligen Schlepper stehen hier echte Charakterdarsteller herum. Vor allem "op de kant" auf den Eisengestellen ist das eindrucksvoll, zumindest für Enthusiasten.


Ein solcher ist auch der Chef hier, Bart hat den Laden unter sich. Und der ist mit Schiffen und als Sohn von Binnenschiffern sogar auf Schiffen groß geworden. Ihm und der Werkstatt hier gehört mein Vertrauen. Nach den großen (Zwangs)revisionen in Monnickendam (hier und hier) wurden hier in diesem Jahr neben "winterklaar" machen und einer kleinen Motorinspektion auch Justierungen an den Gaszügen und ganz aktuell ein Austausch des Starterknopfes am Bedienpanel vorgenommen. ELAN hatte nämlich Startprobleme, die Ursache sei der alte Starterknopf gewesen. Jetzt ist ein Yanmar Schlüsselstarter drin.


ELAN ist aus GFK, und darum tut es ihr gut, in der kalten und nassen Jahreszeit mal ein paar Monate aus dem Wasser zu kommen und nach den Turbulenzen der Fahrsaison in Weesp in den wohlverdienten Winterschlaf zu fallen. Sinnvoll ist darum auch eine Abdeckung "obenrum", das Boot kriegt wieder eine Plane, allerdings eine Nummer kleiner als letztes Jahr. Die wird heute mit sehr willkommener Unterstützung durch den 1. Offizier Klaus montiert.
Leider hat es frisch geregnet, das hintere Cabriotop ist feucht, darum wird es abgenommen und der Stahlbügel stehend fixiert, die Plane dann darüber. Vorher die beiden Akkus ausbauen, die Böden kommen auch raus, es soll ein neuer Belag drauf. Die Aktion läuft quasi wie am Schnürchen...


 ELAN ganz offen...


Das vordere Cabriotop bleibt drauf, wird im Frühjahr dann vor Ort gereinigt. Das große hintere Verdeck kommt ab, da müssen ohnehin zwei kleine Risse genäht werden. Die Stahlstange wird fixiert.



Die Hülle sitzt sturmfest, zudem steht Bootje geschützt zwischen großen Seglern eingekeilt.


Nicht alles will an Land heute, ein frisch renovierter Tender wird zu Wasser gelassen, ungewöhnliches Boot mit Charakter.


Zum Abschluß kleiner Trip nach Muiden, das ist obligatorisch. Der alte Ort an der Vechtmündung liegt ganz ruhig im Winterlicht. Wie lebendig war es hier im Sommer an der Groote Zeesluis. Die Zeiten kommen wieder...



Anlaufstelle in Muiden ist normalerweise das Ome Ko, da wird aber gerade renoviert. Wir weichen ins Graf Floris nebenan aus, ein Affligem Dubbel belohnt auch da...