Letzte Tour des Jahres: Oktoberwochenende an den Loosdrechter Plassen

Die viel zu kurze Fahrsaison 2020 - im Juni erst begonnen, jetzt Anfang Oktober schon zu Ende! Zum Abschluß tuckert ELAN nochmal die Vecht aufwärts zu den Loosdrechter Plassen. Da ist, wie schon zweimal in den letzten Jahren, für ein langes Wochenende ein kleines feines Häuschen direkt am Wasser gemietet (hier und hier). Wir starten am Freitag früh und schleusen schon um 11.00 auf die Vecht.

Die Vecht in Richtung Utrecht hat großen Reiz und ist ein beliebtes Fahrrevier. Urholländische Flußlandschaft, an den Ufern Hausboote, pittoreske Dörfer, noble Landsitze aus den Zeiten des Gouden Eeuw. Die Gegend hier im Groene Hart ist seit Jahrhunderten Rückzugsort für geldstarken Adel und Bourgeoisie.




In Vreeland und in Loenen gibt es jeweils zwei Brücken, ELAN kann zwei davon ohne Hebung passieren, es reicht gerade so drunterher mit eingeklapptem Mast. Die Wartezeiten bei den anderen Brücken sind gering, wir erreichen schon nach knapp zwei Stunden Fahrt südlich von Loenen den Abzweig auf die Loosdrechter Plassen, markiert durch eine kleine Zugbrücke. Das ist die Einfahrt in die Mijndense Sluis, ein Nadelöhr, was in Richtung Plassen genommen werden muß.


Die  Schleuse ist eine Ikone unter Skippern. Das Becken ist gebogen wie eine Banane, zu normalen Zeiten und bei gutem Wetter sitzt am Rand viel Publikum und genießt das "Schleusenkino". Unsere allererste längere Fahrt mit ELAN ging schon hier durch, im Juni 2016 (klick). Heute ist hier nichts los, zwei Sloeps passieren vor uns. Wir haben freie Fahrt auf die Drecht, das ist ein kleiner Wasserlauf, der zu den Plassen führt.


An der Drecht liegt auch nach kurzer Strecke unser Ziel: Sabinas und Dennis weißes Chalet direkt am Wasser. ELAN findet ihren Platz am Steg, wir beziehen schonmal das Haus und warten auf den zweiten Teil unsere kleinen Reisegruppe, die kommen nämlich erst am Nachmittag mit dem Auto.


Einkauf in Loenen, später dann noch eine kleine Runde über die Loosdrechter Plassen. Das ist im Kern eigentlich ein intensiv dem Wassersport gewidmeter großer See. In der Saison ist hier richtig was los, es gibt jede Menge Jachthäfen an den Ufern. Im letzten Jahr haben wir das hier mal mit einer gemieteten Elektro-Sloep genauer erkundet (klick). Heute ist es hier ruhig, eindeutig Saisonende, zudem ist das Wetter grau und naß. Wir ziehen uns ins gemütliche Häuschen am Wasser zurück.


Das Wetter am Samstag legt noch einen drauf: Es ist noch grauer und noch nasser. Wir fahren trotzdem ein Stück die Vecht weiter hoch bis Breukelen.


Den Ort kannte ich bisher nur von der Autobahn, an der A2 Richtung Amsterdam markiert das legendäre Pagodenhotel die Abfahrt in den Ort prominent. Was man wissen muß: Das kleine Städtchen Breukelen mit heute knapp 15.000 Einwohnern ist Namensgeber für Brooklyn. Der heutige Stadtteil von New York (2,6 Millionen Einwohner) wurde als Breuckelen 1646 als Ansiedlung von der Niederländischen Westindien-Kompanie gegründet.
Wir machen ELAN fest und bummeln durch die Einkaufsgassen. Auffallend viele Läden, Cafés und Restaurants sind in asiatischer Hand.


Zurück am Haus erkunden wir das Gelände. Es ist Teil des Recratiecentrums Mijnden. Das ist ein weitläufiges Gelände mit den Chalets am Wasser, Jachthäfen, Campingplatz und Restaurant. Auch eine Vermietstation von Locaboat ist hier. Die Mietboote liegen dicht an dicht eingemottet im Hafen. Über allem liegt ein gewisser melancholischer Blues. Das ist nicht nur dem trüben Wetter geschuldet, das gesamte Areal macht in Teilen einen in die Jahre gekommenen Eindruck. Das soll sich ändern, der Park steht vor einer völligen Umgestaltung. Moderne "Watervillas" sollen gebaut werden, viel Altes wird dafür abgerissen. Auch der Fortbestand unseres kleinen Miethäuschens am Wasser steht auf der Kippe.  


Am Sonntag brechen wir auf gegen 11.00. Schnelle Schleusung und ELAN läuft nordwärts auf die Vecht. Wir erreichen alle Brücken vor der Mittagspause um 12.00.


Es ist trocken, es zeigt sich sogar etwas Himmelblau, dafür aber weht ein wirklich kräftiger Wind aus Südost. Wir machen das Boot nochmal fest am Fluß, an bekannter Stelle an der großen Vechtschleife bei Nederhorst: Hier haben wir schon zweimal für eine Pause gehalten (hier und hier).



Es ist noch früh, die Schleuse auf den Spiegelplas öffnet ja erst wieder um 17.30. Am Warteplatz davor sind wir das einzige Boot. Der nette Schleusenchef kommt aber schon etwas eher auf uns zu und läßt uns vor der Zeit passieren. Auf dem See dann richtiger Seegang, wie ich ihn mit dem Boot bisher nur auf dem Markermeer erlebt habe. Kräftige Wellen kommen von vorn. ELAN läuft sicher zurück in den Heimathafen, zum letzten Mal für dieses Jahr. Eine letzte Aktion wird die Überführung ins Winterquartier nach Weesp sein. 





Tagestour nach Pampus - 10. September 2020

Schon wieder vier Wochen her seit der letzten Tour mit ELAN, das war der heiße Sommer-Trip nach Amsterdam in den Sixhaven Anfang August. Mittlerweile sind die Tage wieder deutlich kürzer, ein später Sommertag, der schon einen frühen Herbst in sich trägt. Es geht früh los, wir wollen raus auf die Vecht.


Auf dem Fluß nach Norden in Richtung Weesp, das Wetter ist unbeständig, Wolken wölben sich, es bleibt aber trocken.


Der Verkehr auf der Vecht ist mäßig, trotzdem immer wieder schöne Blicke auf Boote, feines Wasserkino.




Nach einer guten Stunde in Muiden, das Nadelöhr ist da die Grote Zeesluis, ein historisches Bauwerk mitten in der alten Monumentenstadt. Um da einzufahren muß für Boote ab der "Elanklasse" (Höhe über Wasser 2,20M) eigentlich die Drehbrücke geöffnet werden. Deren maximale Durchfahrtshöhe ist nämlich mit genau zwei Metern angegeben. Der Schleusenwärter weist mich jedoch an, unter der Brücke zu passieren. Ich erinnere mich, daß das schon einmal geklappt hat, bei niedrigem Wasserstand der Vecht. Also den Mast einklappen, vorsichtig heranfahren. Die Unterkonstruktion der Brücke verjüngt sich zu den Rändern etwas, man muß also ganz außen angreifen, mehr als eine Handdicke Luft ist da nicht mehr, aber es passt.



Vorbei an Lengers Yachts, die Boote im Verkaufshafen ragen weit in den Fluß hinein.


Heute ist hier Showtag, ein paar Lamborghinis hat man auch noch dazugestellt.


Schließlich ist das offene Wasser erreicht. Dies ist ja nur der letzte südliche Rest vom Ijsselmeer, südlich des Houtribdijks eigentlich Markermeer geheißen. Wobei dieser südliche Teil zwischen Amsterdam, Pampus und Almere strengenommen als IJmeer bezeichnet wird. Egal, es öffnet sich nach Norden hin ein weiter Horizont. Das Wasser ist flach, bei wenig Wind halten wir mit ruhigen 1500 Touren auf Pampus zu.


Hier war ELAN schon öfter, entweder als Tagesziel, oder als Zwischenstop auf dem Weg von oder nach Amsterdam. Vor ein paar Wochen im August wurde hier noch gebadet. Und einmal in der Saison 2017 brachen wir von hier nordwärts in Richtung Marken auf. Eine Fahrt, die durch den Ausfall des Kühlsystems in der Gouwzee kurz vor Monnickendam ein jähes und teures Ende nahm (klick).
 

Der Steiger im kleinen Hafen ist gut besucht. Man darf hier nur für den Tag festmachen, das nutzen heute einige Skipper aus.


Die kleine Insel hat besonderes Flair. Es ist einerseits ruhig und entrückt mit weiten Blicken auf den Horizont, andererseits ist aber immer was los. Das Fährboot aus Muiden bringt Besucher für das Bunkermuseum und das Restaurant.


Das ist neu, Passanten müssen sich melden und werden registriert.


Das ist schnell erledigt und wir geniessen feinen Imbiss und leckeres Pampusbier.


Die Festungsinsel ist von der Hafenausfahrt Muiden nur 3 Kilometer entfernt, trotzdem eine eigene Welt. Pampus ist künstlich aufgeschüttet und wurde 1895 als Teil der Stelling van Amsterdam in Betrieb genommen. Man begegnet den Bauten dieses historischen Verteidigungsrings an vielen Stellen im Großraum um Amsterdam. Aber Pampus ist das Paradestück, quasi ein fest installiertes Schlachtschiff am östlichen Hafeneingang von Amsterdam.
Heute kann man das alles besichtigen, unterhalten werden die Einrichtungen durch eine gemeinnützige Stiftung.





Vom Restaurant umrunden wir auf den Wiesen einmal die Insel. Da ist gerade eine Ausstellung aufgebaut, verschiedene Objekte unter dem Motto Het Klimaatmuseum.




Und immer wieder weite Blicke, hier in Richtung Almere. Da schiessen gerade in Rekordtempo hinter dem Jachthaven Muiderzand neue Bauten im Stadteil Almere Port in den Himmel. 


Dann Richtung Amsterdam, man erkennt deutlich als Landmarke den Rembrandttoren an der Amstel.


Richtung IJ die neuen Hochbauten in Noord, im linken Drittel die markante Silhouette vom Adam-Toren.


Am Nachmittag verlassen wir Pampus, Silberlicht auf dem Kurs zur Hafenmole.



Wir wollen es wissen und unterqueren in Muiden wieder mit viel Gefühl und Zentimeterabstand die Draaibrug bei der Schleuse.


Wieder auf der Vecht und durch Weesp, die Schleusung auf den Spiegelplas geht schnell, es ist nicht mehr viel los. Wie schon so oft: Heimkehrerlicht auf dem See in Richtung Hafen.



alle Bilder mit Sony RX100 Mark VI

Heißes Weekend im Sixhaven 8. - 9. August

Die Saison ist kurz in 2020, darum muß jede Gelegenheit für eine Bootstour ausgenutzt werden. Vor allem, wenn der Sommer richtig da ist, Temperaturen an diesem Wochenende durchweg über 30 Grad!
Und alle wollen ans Wasser, schon auf der Autobahn zwei zeitraubende Staus. Einkauf und Beladung des Bootes gehen aber fix, in der Schleuse ist dann richtig Druck. Der Schleusenchef in diesem Jahr dirigiert ruhig, ein Mann von großer Gelassenheit im weißen Unterhemd.

Auf der Vecht das pralle Wasserleben, alles was schwimmt schippert. Die Badestellen teilen sich Mensch und Tier einträchtig.



In Weesp wieder Wasserkühlung für die Lange Vechtbrug, gleich eine Erfrischungsdusche für die Drunterherfahrenden.


Die drei Wege nach Amsterdam, ich beschrieb sie bei der letzten Tour vor einer Woche (klick). Heute nehmen wir mal den Weg über Pampus. In Kontrast zu den Strecken über die Binnenwasserwege Amsterdam-Rijnkanaal oder die Weesper Trekvaart ist das die Tour über das "große Wasser". Man fährt die Vecht bis zur Mündung in Muiden. In der alten Monumentenstadt verengt sich der Fluß, hier ist heute richtig was los, also vorsichtig manövrieren.


Das Nadelöhr ist die Groote Zeesluis. Die ist über 200 Jahre alt, früher ein wichtiger Übergang für Handelsboote, heute greifen hier an so einem heißen Sommertag Pleziervaarer in Massen an. Beide Schleusenkammern sind parallel im Einsatz, um dem Andrang Herr zu werden.


Ein Trend in diesem Jahr, und das wird im weiteren noch mehrfach gezeigt und bewiesen, sind großteilige Aufblastiere: Enten, Einhörner und so wie auf dem Bild gern auch Flamingos.


Hinter der Schleuse geht es eng weiter, erst ab Kasteel Muidersloot (13.Jh.) weitet sich die Fahrrinne.


Schließlich auf dem IJmeer. Das ist der ganz südliche Teil des Markermeeres, gelegen zwischen Amsterdam und Almere auf Flevoland. Das ist zwar ein Binnengewässer und läuft hier unter "Meer", also See. Nach Norden raus ist das aber schon bis zum Horizont ein Wasser ohne sichtbares Ufer. Für mich mit dem Bootje immer das Gefühl des "Fahrens auf dem Meere"!


Flamingo die Zweite kommt in Sicht. Wir wollen auch mal baden, also kurzer Stop bei der Festungsinsel Pampus. Man kann hier eigentlich ganz gut ankern und gemäß der alten niederländischen Redewendung "vor Pampus liegen". Wir machen aber heute am Steiger fest und schwimmen ausgiebig - herrliche Erfrischnug.



Durch die ankernden Partyboote weiter in Richtung Amsterdam. Auch auf ELAN geht es entspannt zu. Die See kräuselt nur leicht, der Wind kommt leicht von Achtern, wir bleiben in der Fahrrinne und vermeiden jeglichen Kontakt zu den fiesen Waterplanten. Diese Biester wachsen hier im flachen Wasser gern bis kurz unter die Oberfläche und wickeln sich um Schraube und Welle. ELAN ist da empfindlich und hatte mehrfach Last damit.


IJburg an Backbord, da haben wir vor drei Wochen noch am Vorabend der großen Tour durchs Groene Hart im Hotel Four Elements übernachtet, bei tiefnassem Himmel und Dauerregen.


Eine Bootshochzeit zieht vorbei, an Steuerbord grüßt Durgerdam, ein ewiges Ziel auf vielen Rückfahrten von Hollandurlauben seit vielen Jahren.





Nach einer guten halben Stunde hinter Pampus erreicht man schließlich die Oranjesluizen. Das ist eine bedeutende Stelle, markiert sie doch den Übergang in das Hafenwasser von Amsterdam, das IJ. Es gibt drei große Kammern, die nördliche ist vorgesehen für Freizeitfahrer.


Endlich auf dem IJ, wir tuckern im Verband ganz auf der nördlichen Uferseite in Richtung Westen. An Steuerbord eine der wenigen verbliebenen Werften in Amsterdam, Damen Shiprepair Oranjewerf. Dahinter schon die Silhouette der Stadt, die Kontur des A´DamToren markiert unser Tagesziel: Sixhaven Amsterdam.



Wieder mal Ankunft im Sixhaven, die Webcam dokumentiert den Einlauf. Wir steuern zielstrebig den A-Steiger an, es ist schon 17.00 Uhr, wir bekommen noch einen Platz an bevorzugter Stelle.



Feines Licht, friedliche Stimmung, es ist heiß, wir bleiben an Bord. Nur ein kurzer Einkauf beim kleinen Albert Heijn hinterm A´Dam Toren. Denn es gibt eine Premiere: Zum ersten Mal soll auf ELAN heute Abend ein warmes Diner zubereitet werden.

Den alten Gaskocher hatte ich ja vor ein paar Wochen rausgenommen. Für temporären Einsatz tut es sehr gut der kleine mobile Campingaz-Kocher mit integrierter Kartusche. Der ist zwar nur einflammig und man muß etwas jonglieren, reicht aber völlig für das kleine Menü aus. Große Hitze in der Pantry, aber alle glücklich...


Abendstimmung im Sixhaven. Wider erwarten wird es gar nicht voll an diesem herrlichem Sommerabend. Möglicherweise konzentrieren sich die Segler heute für die Nacht eher in den Häfen direkt am Marker - und IJsselmeer.


Der Sonntag morgen! Ganz auf einen Trip in die Stadt wollen wir auch nicht verzichten, wir entscheiden uns für einen Kurzbesuch auf dem Dakplein vom Nemo. Das ist wirklich mehr ein richtiger Platz als nur eine normale Dachterasse: Vielgestaltig gegliedert, üppig begrünt, luftig mit einem schönen und weiten Blick über das Oosterdok und den östlichen Teil der Stadt. Und es gibt ein (Selbstbedienungs)Café. Im Moment wird Eintritt erhoben. Die 3,50€ können aber mit einem Getränk im Café verrechnet werden.

Unten im Museumshafen gibt es ein neues Phänomen: Einige der Schiffe sind mit sehr bunten und individuell bemalten Segeln geschmückt, schöner Kontrast zu den historischen Pötten.




Wir verlassen Sixhaven um 12.30, die Rückfahrt geht über Amstel und Weesper Trekvaart.


Am Kreuzfahrtterminal, wo normalerweise die großen Hochseecruiser festmachen, liegen mehrere Flußkreuzfahrer von AmaWaterways an der Kette. Der Betrieb ist noch bis einschließlich September eingestellt.


Letzter Blick auf das IJ, dann rechts ab durch das Oosterdok und die Nieuwe Herengracht bis zur Amstel.



Vorher aber noch eine Begegnung mit dem Amphibienbus von Splashtours. Der hat seine Rampe für den Übergang vom Land ins Wasser hier im Oosterdok. Immer wieder verblüffend zu beobachten, wie diese technisch ambitionierte Konstruktion in beiden Elementen zu Hause ist.



Wieder mal "op de Amstel". Auch da ist heute natürlich einiges los, alles schippert. Vor allem die Jugend genießt in gewohnt lockerer Weise.



Ein Schwesterboot in einem schön renovierten Zustand zieht vorbei: Die Albin 25 "Zonder Dollen!", was direkt übersetzt "ohne zu scherzen" bedeutet. Im Deutschen hieße das wohl "Kein Witz!".




Ein klarer Trend in diesem Jahr und allerorten zu sehen ist das Stand-Up-Paddling, kurz auch SUP genannt. Die meisten SUP-er staksen nah am Rand fröhlich vor sich hin, einige mittig im Fluß, großes Hindernis.


Über die Weesper Trekvaart geht es diesmal problemfrei, die beiden Diemenbrücken und auch die Driemondbrug öffnen fix. Die war ja am letzten Wochenende defekt, sodaß wir auf halber Strecke kehrt und den Rückweg über den Amsterdam-Rijnkanaal machen mußten.


Schließlich wieder auf der Vecht, ein eiskaltes Heineken grüßt den Heimatfluß. An den Badestellen buntes Treiben, wir fahren aber zügig durch bis zur Schleuse. An solchen Tagen empfiehlt sich da ein frühes Erscheinen, denn durch die lange Pause von 12.30 bis 17.30 entsteht an der Zufahrt zum Spiegelplas ein echtes Nadelöhr. Um die erste Abendschleusung zu erwischen staut es sich da schon weit vor der Zeit. Als wir um kurz vor vier ankommen ist an den Festmachern schon alles besetzt, wir legen uns ganz nach vorn vor die Schleuseneinfahrt. Jetzt ist endlich Zeit für ein ausgiebiges Flußbad. 



Die Einfahrt in die Schleuse erfolgt natürlich in der Reihenfolge des Erscheinens. Das ist Ehrensache und wird in der Regel auch eingehalten, auch wenn das manchmal etwas unübersichtlich wird und es sich "knubbelt". Wir lassen also jede Menge Boote vorbeiziehen, darunter ein richtig dicker Pott. Damit ist die Schleuse voll, wir müßen warten auf die zweite Schleusung. Das dauert natürlich, mit Auswassern, Ausfahrt der Boote, Einfahrt der Boote vom Unterwasser und Neubefüllung vergehen nochmal gut 30 Minuten. Aber als Skipper tut man gut daran, Ungeduld und Hektik gar nicht erst aufkommen zu lassen. Schönes spätes Sommerlicht, feines Wasser, friedliche Einfahrt in den Heimathafen.