"Klar Schiff" am 29. Juni ´21


Ja ist es denn ein Wahnsinn in der Saison ´21? Erst Ende Juni geht es zum Boot für eine erste Reinigung in diesem Jahr!
Vor 6 Wochen wurde ELAN in den Sommerhafen überführt, seitdem erfolgte nur ein Kurzbesuch auf dem Rückweg von Egmond. Dabei gab es schon gutes Wetter, auch die Coronasituation hat sich entspannt. Trotzdem standen immer andere Dinge auf der Agenda. Das soll sich ändern, für die Monate Juli und August hat das Bootje jetzt Priorität.
Darum ist der Putztermin dringlich, Elan hat im Decksbereich viel Dreck angesetzt. Durch das leider an einigen Stellen offen-raue Gelcoat zieht der auch leicht und hartnäckig ein. Im Grunde muß man da richtig angreifen: Starkes maschinelles Auspolieren, z.T. auch Schleifen und anschließendes Versiegeln mit Bootswachs.
Diese zeitraubenden Prozeduren sind aber heute alle nicht vorgesehen, Universalreiniger und viel Wasser müßen es erstmal bringen. Vor allem in den Ecken und Ritzen hängt der Schmutz: Tücher, Schwämme, Bürsten helfen. Auch innen wird aufgeräumt, wir haben alle Kissen und Matratzen mit - am Ende steht das Boot einigermaßen gut da: Status "vaarklaar".




Kurzbesuch im Juni

 

Anfang Juni, ELAN liegt seit drei Wochen im Sommerhafen. Eine Tour gab es bisher leider nicht. Trotzdem wil man natürlich gern mal schauen, ob alles in Ordnung ist in Nederhorst. Nach einer Wochen in Egmond an der Noordzee bietet sich Gelegenheit für eine kurze Testfahrt auf der Rückreise. Der Motor startet spontan, wir kreuzen einmal über den Spiegelplas und stellen das Boot nach einer halben Stunden wieder in die Box. 



Überführung ELAN > 11. Mai ´21


Wie jedes Jahr: Die Überführung von ELAN aus dem Winterlager in Weesp zum Sommerhafen in Nederhorst markiert den Beginn der Fahrsaison. Und dieser Vorgang darf mit allem Recht und Stolz nach nunmehr 5 Jahren auf holländischem Wasser als Ritual bezeichnet werden.
Aber die Euphorie ist gebremst, durch die Umstände leider eingetrübt! Erstmal Corona: Immer noch führen die dadurch bedingten Maßnahmen zu Einschränkungen im freien Verkehr, vor allem bei mehrtägigem Aufenthalt. Ist da jedoch absehbar Besserung zu erwarten, läuft ein anderer Minuspunkt voll ins tiefe Dunkle: Die Jachtwerf Weesp schließt! Der Inhaber Bart hat seine Pacht gekündigt, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht, die ganze Werft ist im Zustand der Stilllegung. Nur noch ein paar Boote sitzen "op de kant", darunter Fahrzeuge, die seit Jahren kein Wasser mehr unterm Kiel hatten und komplett eingemottet sind. An einigen Schiffen greifen die Eigner an, pinseln das Unterwasserschiff quasi "last minute". Unfaßbar, daß das alles hier in ein paar Tagen Geschichte sein soll. Mir wird fehlen: Ein vertrauensvoller Anlaufpunkt für Winterlagerung, Wartung und Reparatur. Die Lage an der Vecht ist hervorragend, ein endgültiges Aus für einen Bootsbetrieb hier an diesem Standort wäre Wahnsinn.


Wir sind um kurz nach 10.00 vor Ort, ohne große Umschweife entern wir ELAN. Motoröl, Kraftstofffilter und der Impeller wurden erneuert. Den Rumpf haben wir vor zwei Wochen geputzt, obenrum ist aber viel Schmutz drauf. Trotzdem steht ELAN in Summe gut da, springt nach ein paar Umdrehungen auch willig an und läuft rund. Wir tuckern die Vecht durch Weesp flußaufwärts.


Das Wetter ist trüb, warme Feuchte liegt in der Luft. Die Flußidylle ist getaucht in sanftes Pastell. Auf dem Wasser ist absolut nix los, nur in den Hausbooten ist Leben. Auch der Holländer macht Homeoffice...


Wir sind das einzige Boot an der Schleuse! Festmachen ist nicht nötig, denn unsere Ankunft wird sofort bemerkt, die Ampel springt fix auf rot/grün. In der Schleuse dann eine angenehme Begegnung. Der Schleusenwärter ist ein älterer Herr, superfreundlich und spricht fast akzentfrei Deutsch. Bisher haben die Chefs hier jedes Jahr gewechselt. Waren immer sehr unterschiedliche Charaktere, die den Ablauf in der Schleuse auf eigene Art prägten. Vom strengen Regiment in Uniform mit lauter Ansage bis zu Lässigkeit mit ruhiger Hand im Unterhemd war alles dabei.


Einfahrt in den Heimathafen, eigentlich wieder viel zu spät im Jahr. Seit fast einem Monat ist hier der Liegeplatz schon bezahlt. Bei 800€ für 6 Monate sind das immerhin 133€ in den Wind geschrieben. ELAN setzen wir wieder in dieselbe Box wie im Vorjahr, vertraute Stelle.


Dann noch ein Lichtblick: Eine zweite Albin 25 liegt am Steg gegenüber. Die kommt laut Recherche von einem Händler aus Friesland. War ELAN etwa eine Trendsetzerin hier im Hafen und jemand hat sich auch eine geholt? Mal sehen, vielleicht trifft man den Skipper hier bei Gelegenheit an...


Zurück nach Weesp geht es zu Fuß, das ist eine gute Stunde an der Vecht entlang. Mal wieder holländische (Land)luft schnuppern. Die Kulisse von Weesp liegt ruhig da, die berühmten Terrasjes sind geöffnet. Wir lassen das aus. Stattdessen zurück zum Auto, zur Jachtwerf. Da ein paar letzte Worte mit Bart, er will mich informieren, sobald er weiß ob/wann es mit dem Betrieb hier weitergeht. Aber der Reihe nach: ELAN ist überführt, die Basis für Pleziervaart in diesem Jahr ist gefestigt. Getreu dem Motto "Altijd vaarklaar!"








 

ELAN > Saisonstart 2021


Corona total, auch im April 2021 immer noch! Es scheint kein anderes Thema, kein anderes Problem auf dieser Erde mehr zu geben. Der Skipper beachtet natürlich die Regeln, muß aber trotzdem langsam mal zum Boot. Das liegt nämlich immer noch unter der Plane "op de kant" in der Jachtwerf Weesp. Da ist nur bis zum 21.04. bezahlt, ELAN muß vaarklaar gemacht werden und zurück zum Sommerliegeplatz auf den Spiegelplas.
Die Grenze ist im Prinzip offen, die Niederländer bitten allerdings nach Einreise um eine 10-tägige Selbst-Quarantäne. Bei Rückreise nach Deutschland ist ein negativer Covid-Test erforderlich. Was soll man da machen, wenn man für knapp zwei Stunden direkt in die (menschenleere) Werft fährt, danach sofort wieder auf der Autobahn zurück? 
Vom großen Thema zum kleinen "Problemchen". Bart hört auf! Der Werftchef hier, zu dem ich in den letzten Jahren ein sehr gutes Verhältnis hatte, beendet die Pacht, gibt den Betrieb hier auf. Der Mann hat Klasse, ist mit allen Reparatur- und Wartungsarbeiten absolut vetrauensvoll gewesen, hatte sehr kompetente Mechaniker im Team, sprach sehr gut deutsch - das ist demnächst alles Geschichte. Es werden jetzt nur noch die letzten Boote ins Wasser gelassen. Auch meine Bitte für eine Motorinspektion mit Öl - und Impellerwechsel ist kompliziert. Es käme eventuell noch ein Mechaniker vorbei in den letzten Tagen.


Nun gut, wir entfernen die Plane, bauen die Akkus ein und putzen den Rumpf. Die schwarzen Flecken werden wegpoliert, für die gelbe Welle am Wasserpaß gibt es ein Spezialmittel auf Biobasis: Fresh Marine Bio clean.


Das geht alles fix, im Rumpfbereich steht ELAN gut da. Untenrum wäre natürlich ein neues Antifouling gut. Da muß man aber vorher schleifen und dann in Ruhe pinseln, das sind zwei Tage. Nächstes Jahr...


Jetzt noch ein paar Blicke auf das Werftgelände. Alles ist schon ziemlich leergeräumt. Hier standen in der Off-Saison über hundert Schiffe allen Typs: Schlepper, große Segler, kleine Sloeps, auch Rundvaartboote aus Amsterdam für Wartung und Reparatur (klick).


Der Betrieb liegt aber auch gut. Direkt an der Vecht, ein paar Kilometer von der Groote Zeesluis in Muiden entfernt, die sich zum IJmeer öffnet. Ich hoffe, daß die Werft durch neue Betreiber weitergeführt wird. Direkt nebenan ist Bruyn Watersport, ein ähnlicher Laden, nur viel kleiner und mit anderem Profil. Vielleicht übernehmen die. In dem Bild sieht man beide Betriebe von der Flußseite her, zu unterscheiden an den gelben Hebekränen.


Wie geht es weiter mit ELAN? Die Wartungsarbeiten am Motor werden hoffentlich noch durchgeführt. Nächste Woche wird dann überführt in den Jachthafen Spiegelzicht. Und dann: Vaarseizoen 2021!



 


Elan winterklaar - erst im Januar ´21

ELAN geht jedes Jahr von Oktober bis April in den Winterschlaf. Nach der Fahrsaison von Frühling bis Herbst erholt sie sich in der Jachtwerf Weesp "op de kant". Die letzte Fahrt zum Boot ist dann immer ein "trockener" Besuch, um die Kissen und Matratzen zu holen, ebenso die Akkus. Zum Abschluß kommt dann die große Plane drauf und wird gut verzurrt.
Nomalerweise passiert das Ende November oder bis spätestens bis Mitte Dezember, verbunden mit einem vorweihnachtlichen Besuch im Ome Koo in Muiden (klick). Aber alles ist jetzt überschattet von dem kleinen Übeltätervirus. Freier Grenzverkehr ist zwar möglich, es gibt aber Quarantäneauflagen und überhaupt einen moralischen Druck, möglichst "zu Hause" zu bleiben. Am 13. Januar fahren wir endlich hin, der Tag passt, das Boot ist trocken, die Sonne kommt raus. ELAN liegt eng eingekeilt, die notwendigen Arbeiten laufen routiniert.


Das Boot ist noch voll bestückt, alle Matratzen, Betten und einige Kissen müssen mit. Der Tank wird randvoll mit Diesel aufgefüllt, die beiden Akkus kommen raus, zwei Entfeuchterboxen rein. 


Zusammen mit der Leiter ist der Kombi bis zum Anschlag voll.




Erst mit dem Aufbringen der Plane endet die Fahrsaison richtig, für drei Monate ist ELAN jetzt eingemottet. Wie steht die Saison 2020 im Rückblick da?
Schleusen und Brücken wurden bis Juni nicht nach Sommerfahrplan regulär bedient, die Sanitäreinrichtungen in den Jachthäfen waren geschlossen, auch Restaurants und Hotels. Dadurch war ein normaler Fahrbetrieb nicht möglich. Erst am 8. Mai ging es deshalb zum ersten Mal zum Boot, die Plane kam runter, Akkus rein, der Rumpf wurde gereinigt.
Überführung nach Nederhorst mit einem Tag auf dem Spiegelplas war am 5. Juni. Der Hauptmonat dann der Juli, es gab 4 Besuche, davon aber nur eine richtige Tour, die Hauptour dieses Jahr: Eine sehr schöne Runde südlich durch das "Groene Hart" bis zu den Westeinder Plassen. Das waren 4 herrliche Tage auf dem Wasser (klick)
Im August dann an zwei Wochenenden direkt hintereinander quasi die gleiche Fahrt nach Amsterdam in den Sixhaven. Nur die (Besuchs)besatzung wechselte! Viel Genuß bei warmem Sommerwetter in der großen Stadt. Dabei war auch die immer wieder großartige Fahrvariante über Pampus, das IJmeer und durch die Oranjesluizen (klick).
Am 10. September dann nur eine Tagestour, klein aber fein, Pampus war das Ziel. Anfang Oktober, nach dem Wanderurlaub in Südtirol, schließlich doch nochmal ein langes Wochenende mit ELAN: Fahrt runter zu den Loosdrechter Plassen. Es war regenreich, zum Glück hatten wir das schöne weiße Haus am Wasser für zwei Tage gemietet (klick). Die Überführung nach Weesp erfolgte am 20. Oktober, eine letzte Stunde auf der Vecht nach Norden - das war´s.
Was bringt ´21? Der Winterplatz in der Jachtwerf ist gebucht bis Mitte April, das will ich nutzen, um ein paar Arbeiten am Rumpf zu erledigen. Sommerplatz wird wieder auf dem Spiegelplas sein. Man könnte für einen Fahrsasion auch mal den Hafen und damit auch das Fahrgebiet wechseln, ein Gedankenspiel, vielleicht in ´22.
Ansonsten: Viele schöne Stunden auf dem Wasser, Sonne, tückenfreie Technik, altiijd vaarklaar!





Winterüberführung - 20. Oktober 2020


Ein kurzer Schlußakkord am 20. Oktober: ELAN wird wie jedes Jahr vom Sommerhafen in Nederhorst den Berg ins Winterquartier in die Jachtwerf Weesp gebracht. Wir rutschen an einem Dienstag früh und fix über die Bahn und stehen schon gegen 11.00 Uhr ein letztes Mal in der Zanderijsluis. Der redselige Schleusenchef kommt in geselliger Manier zum Boot und verwickelt in ein Gespräch.


Die knapp sieben Kilometer die Vecht aufwärts bis Weesp tuckert ELAN brav durch. Unter grauem Himmel ist es kühl, Feuchte liegt in der Luft, Regen bleibt aber aus. Die Flußlandschaft zeigt sich herbstbunt in feinem Pastell. Ein frischer säuremilder Rosé aus dem Midi stellt sich farblich passend dazu.


Es ist ruhig, nur zwei Boote begegnen uns, großer Kontrast zum lebendigen Treiben noch vor ein paar Wochen hier auf dem Fluß. 


Die schöne Kulisse von Weesp kurz vor der Lange Vechtbrug. Wäre man einfach frei zu entscheiden und unabhängig in Zeit und Raum könnte man jetzt kurz dahinter links abzweigen auf die Smal Weesp und nochmal über die Weesper Trekvaart nach Amsterdam fahren. Doch Tatsachen statt Träumerei - ein paar Meter noch, dann sind hinter der Spoorbrug die Werftbetriebe erreicht. Wir machen an einem der Stege der Jachtwerf Weesp fest.


Hier verbringt ELAN jetzt schon zum fünften Mal ihre Wintermonate. Dem Betrieb gehört in Bezug auf Wartung und Lagerung mein volles Vertrauen. Kurzes Gespräch mit dem Werftchef Bart, sein Betrieb läuft gut, die Coronakrise habe zu einem Zuwachs an Hobbyskippern geführt. 


Letzter Blick auf ELAN, beim nächsten Besuch wird sie schon "op de kant" sein. Dann werden Kissen und Matratzen geholt und die Plane montiert, irgendwann im November. 


Letzte Tour des Jahres: Oktoberwochenende an den Loosdrechter Plassen

Die viel zu kurze Fahrsaison 2020 - im Juni erst begonnen, jetzt Anfang Oktober schon zu Ende! Zum Abschluß tuckert ELAN nochmal die Vecht aufwärts zu den Loosdrechter Plassen. Da ist, wie schon zweimal in den letzten Jahren, für ein langes Wochenende ein kleines feines Häuschen direkt am Wasser gemietet (hier und hier). Wir starten am Freitag früh und schleusen schon um 11.00 auf die Vecht.

Die Vecht in Richtung Utrecht hat großen Reiz und ist ein beliebtes Fahrrevier. Urholländische Flußlandschaft, an den Ufern Hausboote, pittoreske Dörfer, noble Landsitze aus den Zeiten des Gouden Eeuw. Die Gegend hier im Groene Hart ist seit Jahrhunderten Rückzugsort für geldstarken Adel und Bourgeoisie.




In Vreeland und in Loenen gibt es jeweils zwei Brücken, ELAN kann zwei davon ohne Hebung passieren, es reicht gerade so drunterher mit eingeklapptem Mast. Die Wartezeiten bei den anderen Brücken sind gering, wir erreichen schon nach knapp zwei Stunden Fahrt südlich von Loenen den Abzweig auf die Loosdrechter Plassen, markiert durch eine kleine Zugbrücke. Das ist die Einfahrt in die Mijndense Sluis, ein Nadelöhr, was in Richtung Plassen genommen werden muß.


Die  Schleuse ist eine Ikone unter Skippern. Das Becken ist gebogen wie eine Banane, zu normalen Zeiten und bei gutem Wetter sitzt am Rand viel Publikum und genießt das "Schleusenkino". Unsere allererste längere Fahrt mit ELAN ging schon hier durch, im Juni 2016 (klick). Heute ist hier nichts los, zwei Sloeps passieren vor uns. Wir haben freie Fahrt auf die Drecht, das ist ein kleiner Wasserlauf, der zu den Plassen führt.


An der Drecht liegt auch nach kurzer Strecke unser Ziel: Sabinas und Dennis weißes Chalet direkt am Wasser. ELAN findet ihren Platz am Steg, wir beziehen schonmal das Haus und warten auf den zweiten Teil unsere kleinen Reisegruppe, die kommen nämlich erst am Nachmittag mit dem Auto.


Einkauf in Loenen, später dann noch eine kleine Runde über die Loosdrechter Plassen. Das ist im Kern eigentlich ein intensiv dem Wassersport gewidmeter großer See. In der Saison ist hier richtig was los, es gibt jede Menge Jachthäfen an den Ufern. Im letzten Jahr haben wir das hier mal mit einer gemieteten Elektro-Sloep genauer erkundet (klick). Heute ist es hier ruhig, eindeutig Saisonende, zudem ist das Wetter grau und naß. Wir ziehen uns ins gemütliche Häuschen am Wasser zurück.


Das Wetter am Samstag legt noch einen drauf: Es ist noch grauer und noch nasser. Wir fahren trotzdem ein Stück die Vecht weiter hoch bis Breukelen.


Den Ort kannte ich bisher nur von der Autobahn, an der A2 Richtung Amsterdam markiert das legendäre Pagodenhotel die Abfahrt in den Ort prominent. Was man wissen muß: Das kleine Städtchen Breukelen mit heute knapp 15.000 Einwohnern ist Namensgeber für Brooklyn. Der heutige Stadtteil von New York (2,6 Millionen Einwohner) wurde als Breuckelen 1646 als Ansiedlung von der Niederländischen Westindien-Kompanie gegründet.
Wir machen ELAN fest und bummeln durch die Einkaufsgassen. Auffallend viele Läden, Cafés und Restaurants sind in asiatischer Hand.


Zurück am Haus erkunden wir das Gelände. Es ist Teil des Recratiecentrums Mijnden. Das ist ein weitläufiges Gelände mit den Chalets am Wasser, Jachthäfen, Campingplatz und Restaurant. Auch eine Vermietstation von Locaboat ist hier. Die Mietboote liegen dicht an dicht eingemottet im Hafen. Über allem liegt ein gewisser melancholischer Blues. Das ist nicht nur dem trüben Wetter geschuldet, das gesamte Areal macht in Teilen einen in die Jahre gekommenen Eindruck. Das soll sich ändern, der Park steht vor einer völligen Umgestaltung. Moderne "Watervillas" sollen gebaut werden, viel Altes wird dafür abgerissen. Auch der Fortbestand unseres kleinen Miethäuschens am Wasser steht auf der Kippe.  


Am Sonntag brechen wir auf gegen 11.00. Schnelle Schleusung und ELAN läuft nordwärts auf die Vecht. Wir erreichen alle Brücken vor der Mittagspause um 12.00.


Es ist trocken, es zeigt sich sogar etwas Himmelblau, dafür aber weht ein wirklich kräftiger Wind aus Südost. Wir machen das Boot nochmal fest am Fluß, an bekannter Stelle an der großen Vechtschleife bei Nederhorst: Hier haben wir schon zweimal für eine Pause gehalten (hier und hier).



Es ist noch früh, die Schleuse auf den Spiegelplas öffnet ja erst wieder um 17.30. Am Warteplatz davor sind wir das einzige Boot. Der nette Schleusenchef kommt aber schon etwas eher auf uns zu und läßt uns vor der Zeit passieren. Auf dem See dann richtiger Seegang, wie ich ihn mit dem Boot bisher nur auf dem Markermeer erlebt habe. Kräftige Wellen kommen von vorn. ELAN läuft sicher zurück in den Heimathafen, zum letzten Mal für dieses Jahr. Eine letzte Aktion wird die Überführung ins Winterquartier nach Weesp sein. 





Tagestour nach Pampus - 10. September 2020

Schon wieder vier Wochen her seit der letzten Tour mit ELAN, das war der heiße Sommer-Trip nach Amsterdam in den Sixhaven Anfang August. Mittlerweile sind die Tage wieder deutlich kürzer, ein später Sommertag, der schon einen frühen Herbst in sich trägt. Es geht früh los, wir wollen raus auf die Vecht.


Auf dem Fluß nach Norden in Richtung Weesp, das Wetter ist unbeständig, Wolken wölben sich, es bleibt aber trocken.


Der Verkehr auf der Vecht ist mäßig, trotzdem immer wieder schöne Blicke auf Boote, feines Wasserkino.




Nach einer guten Stunde in Muiden, das Nadelöhr ist da die Grote Zeesluis, ein historisches Bauwerk mitten in der alten Monumentenstadt. Um da einzufahren muß für Boote ab der "Elanklasse" (Höhe über Wasser 2,20M) eigentlich die Drehbrücke geöffnet werden. Deren maximale Durchfahrtshöhe ist nämlich mit genau zwei Metern angegeben. Der Schleusenwärter weist mich jedoch an, unter der Brücke zu passieren. Ich erinnere mich, daß das schon einmal geklappt hat, bei niedrigem Wasserstand der Vecht. Also den Mast einklappen, vorsichtig heranfahren. Die Unterkonstruktion der Brücke verjüngt sich zu den Rändern etwas, man muß also ganz außen angreifen, mehr als eine Handdicke Luft ist da nicht mehr, aber es passt.



Vorbei an Lengers Yachts, die Boote im Verkaufshafen ragen weit in den Fluß hinein.


Heute ist hier Showtag, ein paar Lamborghinis hat man auch noch dazugestellt.


Schließlich ist das offene Wasser erreicht. Dies ist ja nur der letzte südliche Rest vom Ijsselmeer, südlich des Houtribdijks eigentlich Markermeer geheißen. Wobei dieser südliche Teil zwischen Amsterdam, Pampus und Almere strengenommen als IJmeer bezeichnet wird. Egal, es öffnet sich nach Norden hin ein weiter Horizont. Das Wasser ist flach, bei wenig Wind halten wir mit ruhigen 1500 Touren auf Pampus zu.


Hier war ELAN schon öfter, entweder als Tagesziel, oder als Zwischenstop auf dem Weg von oder nach Amsterdam. Vor ein paar Wochen im August wurde hier noch gebadet. Und einmal in der Saison 2017 brachen wir von hier nordwärts in Richtung Marken auf. Eine Fahrt, die durch den Ausfall des Kühlsystems in der Gouwzee kurz vor Monnickendam ein jähes und teures Ende nahm (klick).
 

Der Steiger im kleinen Hafen ist gut besucht. Man darf hier nur für den Tag festmachen, das nutzen heute einige Skipper aus.


Die kleine Insel hat besonderes Flair. Es ist einerseits ruhig und entrückt mit weiten Blicken auf den Horizont, andererseits ist aber immer was los. Das Fährboot aus Muiden bringt Besucher für das Bunkermuseum und das Restaurant.


Das ist neu, Passanten müssen sich melden und werden registriert.


Das ist schnell erledigt und wir geniessen feinen Imbiss und leckeres Pampusbier.


Die Festungsinsel ist von der Hafenausfahrt Muiden nur 3 Kilometer entfernt, trotzdem eine eigene Welt. Pampus ist künstlich aufgeschüttet und wurde 1895 als Teil der Stelling van Amsterdam in Betrieb genommen. Man begegnet den Bauten dieses historischen Verteidigungsrings an vielen Stellen im Großraum um Amsterdam. Aber Pampus ist das Paradestück, quasi ein fest installiertes Schlachtschiff am östlichen Hafeneingang von Amsterdam.
Heute kann man das alles besichtigen, unterhalten werden die Einrichtungen durch eine gemeinnützige Stiftung.





Vom Restaurant umrunden wir auf den Wiesen einmal die Insel. Da ist gerade eine Ausstellung aufgebaut, verschiedene Objekte unter dem Motto Het Klimaatmuseum.




Und immer wieder weite Blicke, hier in Richtung Almere. Da schiessen gerade in Rekordtempo hinter dem Jachthaven Muiderzand neue Bauten im Stadteil Almere Port in den Himmel. 


Dann Richtung Amsterdam, man erkennt deutlich als Landmarke den Rembrandttoren an der Amstel.


Richtung IJ die neuen Hochbauten in Noord, im linken Drittel die markante Silhouette vom Adam-Toren.


Am Nachmittag verlassen wir Pampus, Silberlicht auf dem Kurs zur Hafenmole.



Wir wollen es wissen und unterqueren in Muiden wieder mit viel Gefühl und Zentimeterabstand die Draaibrug bei der Schleuse.


Wieder auf der Vecht und durch Weesp, die Schleusung auf den Spiegelplas geht schnell, es ist nicht mehr viel los. Wie schon so oft: Heimkehrerlicht auf dem See in Richtung Hafen.



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