Elan läuft wieder! Also nach Amsterdam, again...

Es ist der 6. September ´26 - ich fahre mit einem guten Freund zum Boot. Das ist tatsächlich 6 Wochen nach dem letzten Besuch beim Bootje. Und das in der Fahrsaison! Aber es gab viel anderes, auch eine Sommerreise an das Mittelmeer. Und da war ja auch das große Problem mit dem Schalthebelmechanismus. ELAN lag schachmatt im Heimathafen T `Einde (klick). Eine neue Schaltgruppe wurde vom Klusbedrijf  Schoonens mittlerweile eingebaut - ich blicke also auf Ungewohntes. Aber die neue Einheit sieht fein aus und ist hochwertig. Ich starte das Boot, der kleine Yanmar läuft nach ein paar Umdrehungen willig.

Ziel für eine Übernachtung ist wie so oft der Sixhaven, an einem sonnigen Sonntag laufen wir am frühen Nachmittag ein.


Es ist klar Nachsasion, der Hafen ist nur locker gepackt und wir bekommen einen schönen Platz vorne am A-Steiger.


Wir gehen den Nachmittag stressfrei an. Zum Dinner brechen wir dann auf in die Stadt und kehren ein ins Fulu Mandarijn. In meiner erotischen Novelle Marie Galante heißt es dazu: "Dahinter lag der Rokin und da im Haus Nr. 26 das „Fulu Mandarijn“, ein Restaurant, das sich der Sichuan Küche verschrieben hat. Es war wie die meisten Häuser in der Altstadt zur Straße hin schmal, innen jedoch weitläufig. Die Speiseräume verteilten sich auf zwei Etagen. Auch die Karte war umfangreich, und daher waren alle froh, dass Henk auch hier das Kommando übernahm und für die ganze Gruppe bestellte. Jede Menge reichgefüllter und exotisch duftender Schüsseln und Schälchen kamen in die Mitte der Tische und alle bedienten sich. Jetzt muss man wissen, dass sich die Sichuan Küche vor allen anderen Küchen des Riesenlandes durch eine pointierte Schärfe auszeichnet. Als er von der Schale mit „Gestoomde kip, koud geserveerd met mandarijn special spicy sauce“ probierte, brach ihm der Schweiß aus. Mit sowas kam er nicht gut zurecht. Tess, die neben ihm saß, amüsierte sich darüber, machte eine Bemerkung auf niederländisch, worauf Bärbel, die ihm direkt gegenüber saß, laut auflachte. Er nahm das hin, freute sich sogar inmitten der Frauen."


Der Besuch jetzt verläuft nicht ganz so aufregend. Die bestellten Gerichte sind solide, bis auf den Trockeneisnebel bei der Vorspeise aber ohne besonderen Aha-Effekt. Als Apero kommt ein brennender "Fire Dragon" an den Tisch.


Zurück dann durch "Op de Wallen", wie immer ein buntes Treiben entlang der Kanäle.


Zum Ende setzen wir mit der Fähre über nach Noord, ELAN bietet eine sichere Heimstatt für die Nacht.


Montagmorgen - die Wetterprognose ist sehr gut. Und weil es durch eine Terminverschiebung möglich wird bleiben wir spontan bis Dienstag und können so noch einen Tag dranhängen. Wir lassen uns also Zeit und ELAN bleibt auf ihrem Passantenplatz im Sixhaven.
 

Ich habe für drei Tage zu wenig Kleidung mitgenommen, darum ein kurzer Einkauf in der Stadt. Dann nehmen wir die Fähre nach Noord auf das alte Werftgelände und kehren ein auf die große Terasse im Pllek: Großer Genuß mit herrlichem Blick auf das IJ.


NDSM ist immer noch Kreativzentrum, alles ist im Umbruch, viel Altes, spontan Umgewandeltes und Improvisiertes allerorten.


Wir laufen viel herum in Noord, kaufen in den Jumbo Foodhallen ein und bereiten ein kleines "Nautical Buffet" an Bord, an dem Hyacinth Bucket sicher ihre Freude gehabt hätte (klick).



Der Dienstag präsentiert sich wechselhaft. Ein schwerer grauer Himmel hängt über der Stadt, Regenwellen sind angekündigt Ich beschließe einen frühen Aufbruch und so tuckert ELAN gegen 9.00 aus dem Sixhaven heraus.


Die Fahrt zurück in den Heimathafen nimmt nur 45 Minuten in Anspruch.


Alles läuft gut, ELAN liegt in ihrer Box. Das Saisonende ist abzusehen, die feste Absicht ist eine weitere Fahrt im September.