Tagestour mit Zwischenfall - 2. Juli

2. Juli - und erst die dritte Fahrt zum Boot in dieser Saison! Eine richtige Tour wurde überhaupt noch nicht gemacht. Vor 4 Wochen war die kurze Überführung vom Winterplatz in Weesp nach Nederhorst, und auch heute ist das nur eine Tagestour: Klar Schiff machen, ein paar Ausbesserungen und einmal den Motor anwerfen und auf den See rausfahren.



Unter Deck wird aufgeräumt und geputzt, Die Steckdosen hatten keinen Strom mehr, das lag zum Glück nur an einer defekten Sicherung. In der Pantry kommt der alte Gaskocher raus, wurde eh nie benutzt. Die Bordverpflegung auf ELAN läuft in der Regel so: Zum Frühstück und tagsüber passt ein kalter Imbiss, für den Kaffee gibt es eine Kapselmaschine, zum Diner dann ins Lokal. 
Jetzt den Motor anwerfen! Der kleine Yanmar startet spontan, wir tuckern für eine Testfahrt über den Spiegelplas.


Willkommenes Ziel ist wieder der Boodschapensteiger. Das ist eine Neuentdeckung, vor 4 Wochen zum ersten mal angesteuert. Der Steiger liegt idyllisch an einer der Landzungen, viel Grün drumrum. Von hier sind es nur fünf Minuten bis zum Albert Heijn in Nederhorst, da kann man dann "boodschapen doen". Doch beim Anlegemanöver passiert es! Hilfsmatrose Bernd tritt beim Versuch festzumachen ins Leere, kippt von Bord direkt zwischen Bug und Steg ins Wasser. Kleiner Schock, außer einer Prellung am Rücken ist aber nix passiert.


Proviant kommt schließlich an Bord, ein kleiner Imbiss hebt die Stimmung.

  
Das Wetter ist herrlich. Zwar nicht der heiße Sommer, aber eine milde Brise weht, das Wasser kräuselt, über allem ein hoher heller Himmel, Hollandse Luchten vom Feinsten.




Zurück in den Hafen - ELAN läuft wunderbar, bereit zu weiter Fahrt...altijd vaarklaar!



Endlich, Elan kommt in den Sommerhafen!

2. Juni 2020! Heute wird ELAN endlich vom Winterquartier in der Jachtwerf Weesp zum Sommerplatz in Nederhorst überführt. Die normale Zeit dafür ist eigentlich Anfang April. Bis dahin ist die Winterlagerung "op de kant" in der Jachtwerf bezahlt. Ein Teil der Corona-Bekämpfung in den Niederlanden war jedoch die Einschränkung der Pleziervaart. Man durfte zwar skippern, Schleusen und Brücken wurden aber nur auf Anfrage bedient. Das ist jetzt aufgehoben, normale Verhältnisse kehren zumindest auf dem Wasser zurück.


Vor zwei Wochen wurde schon die Plane entfernt und der Rumpf gereinigt. Die Jachtwerf erledigte Motorinspektion, die Dieselfilter wurden ausgetauscht. Elan liegt vaarklaar am Steiger, die Vecht im Rücken. Der Diesel startet klaglos, herrliches Wetter, herrlicher Tag!


Letzter Blick auf die Werftkade in Weesp, dann freie Fahrt auf dem schönen Fluß.


Feingeschnittene Konturen, ein früher Sommer, weiter Himmel, Hollandse Luchten vom Feinsten.


Nach 5 Kilometern dann Ankunft an der Zanderijsluis, vor uns ein Segler, der auch auf den Spiegelplas will. Brücke und Schleuse öffnen unmittelbar.


Wie so oft: magisches Wasser auf dem tiefen See.


Es ist noch früh, wir wollen noch etwas Zeit auf dem Wasser verbringen und dazu einen kleinen Bordimbiss einnehmen. Am dem Spiegelplas gibt es einen Boodschappensteiger, der liegt versteckt auf einem der Landzungen. Eine Premiere, da war ELAN noch nie.



Der Steiger liegt idyllisch und abgelegen im Grünen, man ist von da aber in fünf Minuten im Dorfkern von Nederhorst beim Albert Heijn.


Schöne Pause auf dem See, kleiner Imbiss, viel Ruhe...und danach ein Decksputz mit viel Wasser und Schrubber.


Schließlich im Jachthafen Spiegelzicht, schon in der fünften Saison der Sommerhafen vom Bootje. Der angestammte Liegeplatz ist leider belegt, zwei Plätze weiter ist allerdings frei. Ich steuere da rückwärts rein. Im Prinzip ist das kein großer Unterschied, obwohl der Platz weiter vorne an der Ausfahrt schon leichter zu manövrieren ist. Aber erstmal egal - ELAN steht gut da, Fahrten für 2020 können geplant werden. 


Zurück zum Auto dann zu Fuß. Das ist eine gute Stunde, immer an der Vecht entlang. An den Badeplätzen ist richtig was los, viel Spaß am und im Wasser.





(Kein) Start in die Fahrsaison 2020

Bootje ELAN wurde am 18.12.2019 ins Winterlager geschickt, "op de kant" in der Jachtwerf Weesp. Die Plane kam drauf, die Akkus raus, alle Kissen und Matratzen ebenso. Darauf dann ein Schnäpsken - und alles war gut (hier klick). Seit 4 Jahren geht das nun so, eigentlich keine lange Zeit, aber als spätberufener Freizeitskipper ist sowas ja schon ein liebgewonnenes Ritual (hier).
Das Boot geht also vor Weihnachten in den Winterschlaf und wird Mitte April dann wieder wach geküßt. Da endet nämlich der Wintervertrag mit der Jachtwerf. Es erfolgte die letzten Jahre Mitte April die Zuwasserlassung, eine Motorinspectie und danach dann die Überführung ein paar Kilometer flußaufwärts zum Sommerliegeplatz in den Jachthaven Spiegelzicht in Nederhorst den Berg.
Nun ist 2020 - und alles ist anders. Weltweit bestimmt ein Menetekel alle Bereiche des Lebens: CORONA. Durch die staatlichen Reaktionen zur Eindämmung des Virus kommt es zu massiven Einschränkungen des sozialen Miteinanders, der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Mobilität mit Auswirkungen bis in feinste Verästelungen des Lebens.
Natürlich hat das auch Konsequenzen für die Pleziervaart in  den Niederlanden. Schleusen und Brücken werden nicht nach Sommerfahrplan regulär bedient, die Sanitäreinrichtungen in den Jachthäfen sind geschlossen, auch Restaurants und Hotels. Dadurch ist ein normaler Fahrbetrieb, wie mit ELAN in den letzten Jahren praktiziert, natürlich nicht möglich.
Erst am 8. Mai geht es deshalb zum ersten Mal in diesem Jahr zum Boot, Voraussetzung für alles weitere sind ein paar Handgriffe: Die Plane muß runter und die Akkus müssen rein. Der Grenzübertritt bei Elten ist problemlos, der Empfang in der Jachtwerf durch Bart herzlich.


Herrliches Wetter, strahlend, klar, scharfgeschnitten. Einige Boote liegen noch auf den Stahlgestellen, an einigen Rümpfen wird gewerkelt, es riecht nach Lack, Skipper-Lust liegt in der Luft!


Die Plane ist schnell runter, und da werden direkt einige unschöne Flecken am Rumpf vom Bootje sichtbar. Auch die gelbe Welle am Wasserpaß stört. Der Werftchef  bringt zwei Wundermittel dagegen vorbei. Es wird geputzt, die Wirkung ist umwerfend: Das Bootje strahlt.



Normalerweise könnte jetzt eine Durchsicht des Motors erfolgen und ELAN ins Wasser gelassen werden. Dann so wie letztes Jahr eine schöne Übernachtung in Weesp und am nächsten Tag eine genußreiche Überführung nach Nederhorst (klick).


Geht alles nicht, also nur ein kurzer Blick auf die Vecht in Richtung Weesp, hinten die Spoorbrug und der Kirchturm. Hier wurde oft geskippert und gekreuzt, zu Beginn beim Kauf des Bootes, für Tagestouren hoch bis Pampus oder auf dem Weg zu langen Touren in Richtung Noordholland.


Was bleibt? Wir fahren für einen Einkauf in den großen Albert Heijn im Maxis-Winkelcentrum zwischen Diemen und Muiden. Auf dem Parkplatz ist der große Stand von Urker Visspecialiteiten Baarssen. Fleißige Frauen bereiten da feine Snacks zu: Nieuwe Haring met uien en komkommers > Holland maximaal!







ELAN winterklaar - 18.12.19

Ein letztes Mal für dieses Jahr zum Boot! Es ist schon der 18. Dezember, ELAN steht seit einigen Wochen bereits "op de kant" auf dem Gelände der Jachtwerf Weesp. Und noch immer sind die Matratzen und Akkus drin. Vor allem ist die Schutzplane bisher nicht aufgezogen, damit das Boot sich mal für ein paar Monate in gemütlicher Trockenheit erholen kann von der Fahrsaison 2019. Das soll kurz vor Weihnachten jetzt endlich alles erledigt werden.


Insgesamt zwölfmal ging es in diesem Jahr zum Boot, 11 Touren wurden unternommen, von der kleinen Runde über den Spiegelplas bis zur großen 4 - Tagesfahrt durch Noordholland. Amsterdam war, mehr noch als letztes Jahr, das Hauptziel. Fünfmal wurde die Große Wasserstadt angesteuert, der schöne Sixhaven war viermal Übernachtungsplatz. Auch die große Marina in Noord war wieder zweimal dabei. Südtouren in Richtung Utrecht gab es dieses Jahr leider nicht. Dafür ging der Skipper in der Ecke fremd - bei einer Runde mit der E-Sloep auf den Loosdrechter Plassen. Es hätte also ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Dafür liefen die Fahrten ohne technische oder sonstige  Probleme ab, ELAN tuckerte zuverlässig über alle Wasserwege.


Das Wetter heute ist ideal, es ist trocken, die Sonne kommt raus, ein leichter Wind weht. ELAN steht eingekeilt zwischen dem üblichen Sammelsurium von aufgebockten Booten hier in der Jachtwerf. Von der kleinen Sloep bis zum hochseefesten Zweimaster ist alles dabei. Die Arbeiten laufen routiniert ab, ist ja auch schon das vierte Mal, daß ELAN hier ihr Winterquartier hat. Der Betrieb unter der Leitung von Bart arbeitet absolut zuverlässig, den Abläufen gilt mein volles Vertrauen.


Der Kombi ist bis zum Anschlag voll, ich habe auch die große Klappleiter mit, passt alles knapp rein. Noch ein kurzer blick auf die Vecht, schöner Wasserweg, oft befahren, Erinnerungen kommen hoch...


Zum Abschiedsritual gehört nach erfolgreicher Einmottung ein Besuch in Muiden, die schöne Monumentenstadt an der Vechtmündung erstrahlt weihnachtlich. Die Traditionskneipe ist hier das Ome Ko, ein altes Schippercafe, ganz im klassischen holländischen Sfeer gehalten. Dicke Teppiche auf den Tischen, viel Braun, die Wände voll mit Bildern.



Wir stärken uns mit Borrelhapjes, obendrauf ein feines Gedeck: Kopje Koffie met Oude Genever.

 

Muiden hat großen Reiz, der Wasserlauf prägt den kleinen Ort mit maritimem Flair. Im Zentrum liegt die Grote Zeesluis. Jahrhunderte ist das schon ein Durchlaß für Schiffe. Zu Zeiten der VOC fuhren die großen Segler aus Indonesien kommend mit schwerer Fracht die Zuiderzee soweit es ging südwärts. Die Ladung ging dann entweder nach Amsterdam oder wurde auf Frachtkähne umgeladen und über die Vecht weiter in die südlichen Landesteile verteilt. Ist alles lange vorbei. Heute öffnen sich die Schleusentore für die Pleziervaart, im Sommer ist hier richtig was los. Schleusenkino vom Feinsten, was man dann sehr schön von den Freiplätzen des Ome Ko genießen kann.


Die Off-Season wird gerade genutzt, um Reparaturen an der Sluis vorzunehmen.


Genau wie im letzten Jahr im Dezember: Ein letzter Blick von der Brücke nach Süden. Abendrot steht am Himmel, Ende des Tages, Ende des Jahres - die süße Melancholie des Abschieds...

Letzte Tour 2019 - Sturmfahrt nach Amsterdam - 26./27. Oktober

Ende Oktober, schon vor 1 1/2 Wochen wurde ELAN von Nederhorst nach Weesp zum Winterliegeplatz überführt (klick). Eigentlich ist damit die Saison zu Ende. Doch in diesem Jahr lockt ein Wochenende mit der Aussicht auf gutes Wetter noch einmal an die Vecht für eine Bootjestour.
Schnell ein letztes Mal schippern vor dem 1. November, denn das ist der eigentliche Stichtag für die Pleziervaart in den Niederlanden. Ab dann nämlich enden die Bedienzeiten für sehr viele Brücken und Schleusen auf Strecken, die vor allem von Freizeitskippern befahren werden. Nur die Verkehrswege für die Berufsschifffahrt werden in der Regel ganzjährig bedient. Also nochmal nach Amsterdam, nochmal für eine Nacht in den Sixhaven, das soll ein würdiger Abschluß für 2019 werden.
Bei Ankunft in Weesp jedoch zunächst Skepsis: Der Himmel ist dunkel und wolkenschwer, ein heftiger Wind bläst, in den Spitzen bis 5 Beaufort. Doch die Route ist ja bekannt, das Boot umso mehr, geht also los durch Weesp auf der Smal Weesp, alle drei Brücken öffnen zügig hintereinander.


Schon queren wir den Amsterdam-Rhijnkanaal und nehmen direkt ggü. die Weesper Trekvaart, alte Handelsverbindung nach Amsterdam. Da kommen drei niedrige Brücken, schon oft gefahren, eigentlich ist das Routine. Die erste ist die Driemondbrug, die wird auf Abstand bedient, d.h. es gibt vor Ort keinen Brückenwart. Ich wähle die Telefonnummer, es folgt eine automatische Bestätigungsansage, schon schließt sich die Schranke für Autos und Fußgänger und die Brücke öffnet. Die beiden Brücken in Diemen öffnen ebenso fix, da gibt es ein bemanntes Bedienhaus. Auf der Rückfahrt sollte es hier aber ein echtes Problem geben... 


Nach 30 Minuten ist man auf dieser Strecke "op de Amstel", herrliche Meter mitten in das Herz der großen Wasserstadt.


Pleziervaart gibt es nicht mehr, die Freizeitkapitäne sind alles schon im Winterschlaf. Stattdessen  jede Menge Ruderer, die Amstel ist klassisches Revier für den Sport.


Weiter Richtung Grachtengürtel kreuzen natürlich jede Menge Tourboote für Sightseeing, da gibt es in den letzten Jahren eine große Auswahl an Bootstypen und Angeboten. ELAN passiert das Smokeboat.


Auf der Nieuwe Herengracht unter ein paar niedrigen Brücken durch, die ELAN aufgrund ihrer niedrigen Höhe von 2,30m alle direkt passieren kann, erreicht man das Oosterdok. Da liegt am Scheepvaartmueum nicht nur wie immer der Nachbau eines VOC-Schiffes, sondern auch ein großer Dreimaster in klassischer Clipper-Optik. Es ist die Stad Amsterdam. Das Schiff wurde hier in Amsterdam auf der Damen Shiprepair Oranjewerf mithilfe von Arbeitssuchenden und Schulabgängern gebaut und befährt seit 2000 als Schul- und Charterschiff die Weltmeere.


Wir setzen über das IJ und ich bin dabei etwas beunruhigt, denn seit ein paar hundert Metern ist die Leistung deutlich reduziert und das Ruder flattert - ein Anzeichen, daß sich irgendwas in der Schraube verfangen hat.


Hier läuft ELAN auf den A-Steiger im Sixhaven zu, dank Webcam wieder mal aus der Vogelperspektive eingefangen.


ELAN liegt fest vertäut, also Zeit, um mal nach der Schraube zu sehen. Ich will ungern in das kalte Wasser, darum wird versucht, mit einem kleinen Besen die Schraube von oben wieder frei zu bekommen. Das gelingt, es hatte sich eine große Plastiktüte von Albert Heijn da festgesetzt.


Schöne Kulisse wie immer hier im Sixhaven, hinten der Adamtoren mit der großen Aussichtsplattform.


Am späten Nachmittag ein Bummel durch die Stadt, zur blauen Stunde schöne Stimmung in den Grachten. Die Lichterwochen haben noch nicht begonnen, trotzdem erstrahlt schon manches weihnachtlich. Im Bild unten die Magere Brug auf der Amstel, die leuchtet allerdings ganzjährig mit ihrer Glühbirnchen-Kette.


Ein Absacker auf dem Boot, dann in die Kojen. In der Nacht regnet es stark. Leider gibt es ein paar lecke Stellen an Deck, wo es dann doch etwas durchtröpfelt - muß dringend für die neue Saision gerichtet werden.


Der Morgen, schönes Licht kurz vor Sonnenaufgang, die Stadt erwacht. Im Sixhaven ist noch alles ruhig.


Doch ein lautes Schiffshorn läßt aufhorchen. So tuten die dicken Pötte hier bei Ausfahrt. Dabei liegt doch gar kein Kreuzfahrer im Hafen. Aber dann ein beeindruckendes Bild: Die Black Pearl kreuzt über das IJ in Richtung Noordzee. Der Dreimaster mit supermodernem Mast- und Segelkonzept (klick) ist mit 106 Meter Länge die drittlängste Segeljacht der Welt, gehört einem russischen Milliardär.




Wir verlassen Sixhaven um 12.15, geplant ist die Rückfahrt wieder über die Weesper Trekvaart. Vorher aber noch einmal am Kreuzfahrtterminal schauen, da liegt eine goldglänzende Jacht. Es ist die Bellamihair, das Schiff wurde als Promotion für Hair Extensions im Rumpfbereich knallgold mit spiegelndem Vinyl foliert.


Danach durch das Oosterdock wieder auf die Amstel und weiter auf die Weesper Trekvaart. Das Wetter klart auf, der Wind läßt nach, alles deutet auf eine gemütliche und fixe Tour nach Weesp hin. Doch es gibt eine böse Überraschung in Diemen - wieder mal. Es scheint für ELAN dort ein verhexter Ort zu sein. Im letzten Jahr gerieten wir im heißen Sommer auf der Mexikotour hier in die Diemenfalle (klick), im Herbst auf der Abschlußtour wurde es ziemlich eng mit Gegenverkehr (klick) und heute stehen wir vor den beiden Brücken und müssen einsehen, daß die offenbar außerplanmäßig geschlossen bleiben. Eigentlich ist laut Waterkarten-App bis zum 1. November ein Betrieb auch an Wochenenden gewährleistet. Auch wird in der App keine Störung angezeigt. Aber es tut sich nix, ich telefoniere, der Brückenwart ist nicht erreichbar. Also die ganze Strecke zurück! Um auf die Ausweichroute über den Amsterdam-Rhijnkanaal zu kommen, müßen wir wieder bis zum Oosterdock und von da über die Nieuwevaart bis zum Beginn des Kanal. Das kostet alles in Summe gut 90 Minuten. Diese Route sind wir schon öfter gefahren, es ist auch die schnellste Verbindung zwischen Amsterdam und Weesp, geht ohne Hindernisse immer geradeaus. Die Strecke hat aber für kleine Plezierboote natürlich ihre Tücken. Man kann im Notfall nicht einfach mal so festmachen und durch die großen Frachtschiffe schaukelt sich das Wasser oft ziemlich auf. Zum Glück haben wir Rückenwind, die Welle schiebt etwas, ELAN tuckert brav in einer Stunde die neun Kilometer bis zum Abzweig nach Weesp.



Da ist die Ortsdurchfahrt kein Problem. Zum letzten Mal in diesem Jahr öffnet der Brückenwart für uns die drei niedrigen Brücken auf der Smal Weesp. Wir gleiten auf die Vecht und sind nach fünf Minuten  bei der Jachtwerf Weesp. Einerseits froh, daß die Sturmfahrt nach Amsterdam doch gut gelaufen ist. Natürlich schwingt auch etwas Wehmut mit: Das war die letzte Fahrt mit ELAN in 2019. die Saison ist endgültig vorbei. Ein letzter Besuch wird nur noch das Aufbringen der Plane sein.