Große Runde durchs "Groene Hart" - Juli `20

Endlich, die erste große Tour mit ELAN in der Saison 2020! 4 Tage schippern mit 3 Übernachtungen an Bord. Die Route ist angelegt als ein Mix aus bekanntem und bisher noch unbefahrenem Wasser. Doch erstmal geht es los mit einer kleinen Ouvertüre: Wir übernachten schon von Mittwoch auf Donnerstag im Hotel Four Elements in IJburg, ein Haus mit einem besonderen Klimakonzept. Man hat einen Blick auf den kleinen Hafen dort und auch das Markermeer. Leider ist das Wetter fürchterlich, graue regensatte Tiefbewölkung zieht über Noordholland, späte Ausläufer eines Tropensturms.



IJburg, der neue Stadtteil am IJmeer, Amsterdam erweitert sich hier auf einer in den letzten 20 Jahren aufgehäuften Sandinsel. Nach den "Kunststädten" Lelystad und Almere auf Flevoland das dritte große Projekt einer völlig neu geschaffenen Urbanisation mit mittlerweile 25.000 Einwohnern. Ein neues Segment, genannt Strandeiland, wird gerade mit den ersten Häusern bebaut.



Am Donnerstag geht es nach Nederhorst zum Boot, das sind von IJburg nur 30 Minuten. Schnell einkaufen im AH, dann ELAN für die Tour beladen. Das dauert, es kommt so einiges mit. Zwei Kühlboxen, Bettwäsche, Kaffemaschine, Werkzeugkoffer - muß alles an Bord. Start um 11.00, die Schleusung geht fix und wir tuckern zunächst die Vecht aufwärts bis zur Kade in Nederhorst. Dort warten Passagiere, gute Freunde, die schon öfter mitgefahren und mit allem an Bord vertraut sind.
Zum Wetter: Schlechter kann man es sich für einen Julitag nicht wünschen! Es gehen Schauer nieder, nur kurz unterbrochen von Nieselregen. Das macht das Fahren mit ELAN nicht einfacher. Mit geschlossenem Verdeck am Steuerstand sieht man durch die Scheibe nicht viel. Der kleine Scheibenwischer ist leider defekt, auf der nach hinten gewölbten Kunststoffscheibe haften dicke Tropfen, man muß ab und zu von außen wischen. Zum Glück ist die Strecke vertraut. Es geht zunächst nordwärts bis Weesp und dann durch die Weespertrekvaart nach Amsterdam.



Zwei Brücken sind bis dahin zu machen, alle öffnen zuverlässig, hier die zweite Diemenbrücke. Dahinter grüßt schon der Rembrandttoren, mächtige Landmarke am Abzweig auf die Amstel.


Die Magere Brug, dahinter geht es rechts ab über die Nieuwe Herengracht bis zum Oosterdok, Tristesse in feuchtem Pastell - am 9. Juli im Hochsommer!


Die Traverse übers IJ zum Sixhaven, das ist für heute wie schon oft in den letzten Jahren das Etappenziel. Für mich die beste Adresse für das Boot in Amsterdam. Man liegt direkt vis-à-vis von Centraal Station, ein Top-Hafen mit Geschichte (klick). Doch eines wird schnell klar: Es ist zwar erst später Nachmittag, doch der Hafen ist schon knallevoll. Bei dem Wetter will keiner fahren, es wird angetäut abgewettert. Größere Boote werden abgewiesen. Vorne am A-Steiger gibt es nix mehr, wir werden vom Hafenmeister ganz nach hinten "ums Eck" geschickt, da ist noch bisken Platz. Eigentlich ist das gar kein regulärer Liegeplatz. Beim Festmachen müssen wir improvisieren, für den Landstrom brauchen wir fast die volle Kabellänge.


Der volle Sixhaven, ELAN liegt hinten im Gewimmel, wird von der Webcam leider nicht erfasst.



Ein Bummel durch die Stadt muß trotzdem sein, wir setzten über das IJ, der nassgraue Blues wird noch vertärkt durch die Maskenpflicht auf den IJ-Fähren.


Farbiger Lichtblick: Die bunten Fenster beim Busbahnhof Centraal Station.


Am Freitag verlassen wir gegen 11.30 Sixhaven, die Buchstaben auf dem Wellenbrecher sind neu gemacht. So sah das vorher aus (klick). Links die feine und originelle Übernachtungsadresse Mandela Huisje (340€ die Nacht), rechts der Adamtoren.


Wir fahren das IJ in Richtung Westen, in Höhe Houthaven biegen wir links ab in die Stadt. Es gibt eine Wasserverbindung durch die westlichen Stadtteile in Richtung Süden, das ist zunächst die Kostverlorenvaart, danach als direkte Fortsetzung die kanalisierte Schinkel.


An dieser Stelle mal die ganze Route im Bild, gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Tagesetappe geht von Position 1 südwestlich bis Position 2.


Das schöne an der Strecke ist, daß ELAN mit ihren nur 2,30 über Wasser durch fast alle Brücken durchkommt, das ermöglicht streßfreie Fahrt. Erstes Hindernis ist erst die Schinkelsuis, zusammen mit der Schinkelbrug ist das ein beeindruckendes Bauwerk. Auf vier Fahrbahnen queren Eisenbahn und Autobahn. Die Durchfahrtshöhe ist mit 8 Metern großzügig, das ganze Ensemble ist zudem beweglich und kann bei Bedarf geöffnet werden.  


Direkt dahinter liegt das Nieuwe Meer, große Wasserfläche, rundum baumbestanden mit einigen Jachthäfen an den Ufern. Der Wasserweg hier wird natürlich immer noch von kleinen Binnenfrachtern genutzt.


Es geht raus aus der Stadt auf der Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder. An Steuerbord zeigt sich das riesige Areal von Schiphol, man fährt fast eine Stunde daran längs.


Aber auch Maritimes kommt in den Blick, an Backbord tauchen im weiteren Verlauf immer mehr kleine Häfen und Jachtbetriebe auf. 


Am Ufer zieht einiges vorbei: Die Testanlage von Verhoef für "Aluminium Freefall Lifeboats", Gebrauchtboote mit Preisen direkt auf dem Rumpf, die berühmte Jachtwerf für Superjachten Koninklijke De Vries Scheepsbouw/Feadship.


Und mittendrin dann auch was ganz fein Klassisches: Eine Albin 25 in "goede staat". Immer wieder schön zu sehen, daß noch einige Schwesterboote hier unterhalten und gefahren werden.


Gegen 16.00 dann endlich die Wetterwende! War es in der ersten Tageshälfte unter dichter Wolkendecke zwar weitgehend trocken, lockert es nun deutlich auf, die Sonne bricht durch, Hollandse Luchten über weitem Himmel. Wir erreichen die Westeinderplassen und damit unser heutiges Tagesziel: Kempers Watersport.


Kempers ist ein großer Jachthafen an der Südostseite. Hier gibt es alles: Bootsverleih, Unterhalt mit Verkauf von Bootszubehör und Wasersportartikeln, ein großer Verkaufshafen, Top-Sanitäräume, ein Restaurant und ausreichend viele Passantenplätze. Wir liegen ruhig unten rechts an breiter Kade, ideale Stelle für die Nacht.


Schöner Kontrast, ELAN wirkt neben dem dem dicken Pott wie ein Miniaturboot, macht aber Bella Figura.




Samstag Morgen, wir brechen auf gegen 11.00. Von hier hat man viele Möglichkeiten in alle Richtungen: Südwestlich könnte man weiterfahren in Richtung Rotterdam, auch abzweigen nach Katwijk an die Noordzee. Für uns ist das aber der Drehpunkt, wir kehren quasi 180 Grad und tuckern über feine Flüsse zurück nach Nordost, über die Drecht und die Amstel, mit einem Einkauf und einer Rast in Uithoorn. Das ist ein schöner Ort an der Amstel mit großer Kade, Läden und Cafes direkt dabei. Auch hier wieder, unter all den teuren Sloeps und Plezierbooten, steht ELAN noch flott da, man sieht ihr ihre 46 Jahre nicht an.



Immer weiter auf der Amstel gen Norden, lang ist dieses ikonische Gewässer mit 31 Kilometern nun wahrlich nicht. Führe man bis zum Ende, käme man wieder aus an der Magere Brug mitten im Zentrum in Amsterdam, da waren wir aber schon vorgestern. Stattdessen ist der Plan, kurz vor Oudekerk rechts abzubiegen auf die Oude Waver. Das ist ein wirklich kleines Gewässer, schmal und flach, auf beiden Seiten schilfbewachsen. ELAN macht sich knapp und schippert fein durch ländliches Holland.


Eine Spezialität auf dieser Strecke sind drei bewegliche Brücken, die von Hand selbstbedient werden müssen. Vor uns fährt eine Sloep-Flotille, die erledigt das zunächst für uns, wir haben freie Fahrt. Am Horizont schon wieder die große Stadt mit urbaner Silhouette, vordergründig aber tiefstes rurales Holland - anregender Kontrast, der zum Träumen einlädt.


Als Skipper aber zurück auf den Boden der Tatsachen: Gedanken zur Route, dem Ziel des Tages, der Ankunft in sicherem Hafen, zum Wohl und Weh der Passagiere. Nach der Waver folgt die ebenso schmale Winkel und gibt nach ein paar Kilometern bei der Proosdijersluis die Zufahrt frei auf die Vinkeveener Plassen.
Das ist ein großes Gewässer, in den vergangenen Jahren schon öfter befahren. Hier hatten wir schon Häuser am Wasser gemietet, mit Bootssteg (hier und hier), die Plassen waren auch Tagesziel auf einer Runde mit Übernachtung im Apollo Hotel vor drei Jahren.
Es ist nach langer Strecke schon später Nachmittag. Ich entscheide mich, nicht weiter auf die Plassen zu fahren und dort einen der vielen Jachthäfen anzusteuern. Stattdessen bleiben wir direkt hier im Bereich der Schleuse im Jachthaven Bon und bitten um Passantenquartier für eine Nacht. Und das erweist sich als Glücksgriff. 


Das ist ein richtig eingewachsener Hafen mit vielen Stammplätzen, Camping dazu, vielen Steigern und Brücken, alles familiengeführt. Der Juniorchef bedient auch die Schleuse, er freut sich über uns und das Boot und nimmt uns nur 10€ ab für das Boot mit vier Personen, Landstrom inclusive. Zudem: Es gibt ein gutes Hafenrestaurant. ELAN liegt auf dem Bild unten gut eingeparkt mittendrin direkt am Zentralsteiger.






Der nächste Morgen, herrliches Wetter, die Sonne weckt, alles ist trocken. Endlich kann ich ELAN öffnen, volles Cabrio. Man sitzt dann wirklich sehr schön im Boot auf den Bänken, der Sonnenschirm setzt eigenen Akzent, alles fein für ein ausgedehntes Ontbijt.


Wir tuckern wieder gegen 11 Uhr los, überqueren die Vinkeveener Plassen in voller Länge von Nord nach Süd. Da gibt es direkt beim Örtchen Vinkeveen noch einen Hafen, den will ich mir mal ansehen. Wir machen kurz fest, nochmal "boodschappen" beim nahgelegenen Albert Heijn, Entspannung und kleiner Frühschoppen am Sonntag Morgen.


Wie weiter? Nun, das ist ja von hier eine bekannte Strecke, schon mehrfach befahren. Es geht durch die Demmeriske Sluis, von da unterqueren wir die A2, dann über die kleine Angstel bis zum Amsterdam-Rijnkanaal und direkt gegenüber über die Nieuwe Wetering bei Mijnden wieder auf die Vecht, den Heimatfluß!


Und da ist natürlich heute am Sonntag bei Topwetter so einiges los. An der ersten tiefen Brücke dürfen erst die Südfahrer durch. Das sind so viele Boote, daß die Brücke bevor wir als Nordfahrer dran sind erstmal wieder schließt, um die Autos und Fußgänger passieren zu lassen. Stau auf der Vecht! Aber auch reizvoll, man sieht viel, hier ist richtig Leben auf dem Wasser und am Ufer.




Schon öfter gezeigt: Das hier an der Vecht ist grünes Kernland der Randstad, Rückzugsort von neuem und altem Geld in ländlicher Idylle. Das zeigt sich in den Villen am Ufer. Wir genießen das auf unserem kleinen Bootje.




Die Vecht aufwärts, es geht durch Loenen, durch Vreeland, durch Nigtevecht. Am späten Nachmittag dann Ankunft an der Schleuse auf den Spiegelplas. Wie immer ein Nadelöhr auf den letzten Metern zum Heimathafen. Da liegen schon ein paar Boote am Wachtplats, wir kommen erst zur zweiten Schleusung durch. Egal - Licht und Luft sind frei, letzte Momente einatmen auf der Zielgeraden. ELAN hat wunderbar durchgehalten, 130 Kilometer durch alle Wetter, alle Schleusen und Brücken, über Seen, Flüsse und Kanäle. Eigentlich keine große Sache so eine 4-Tage-Tour. Aber in diesen Zeiten dann doch, viele feine Momente, die in Erinnerung bleiben.


Tagestour mit Zwischenfall - 2. Juli

2. Juli - und erst die dritte Fahrt zum Boot in dieser Saison! Eine richtige Tour wurde überhaupt noch nicht gemacht. Vor 4 Wochen war die kurze Überführung vom Winterplatz in Weesp nach Nederhorst, und auch heute ist das nur eine Tagestour: Klar Schiff machen, ein paar Ausbesserungen und einmal den Motor anwerfen und auf den See rausfahren.



Unter Deck wird aufgeräumt und geputzt, Die Steckdosen hatten keinen Strom mehr, das lag zum Glück nur an einer defekten Sicherung. In der Pantry kommt der alte Gaskocher raus, wurde eh nie benutzt. Die Bordverpflegung auf ELAN läuft in der Regel so: Zum Frühstück und tagsüber passt ein kalter Imbiss, für den Kaffee gibt es eine Kapselmaschine, zum Diner dann ins Lokal. 
Jetzt den Motor anwerfen! Der kleine Yanmar startet spontan, wir tuckern für eine Testfahrt über den Spiegelplas.


Willkommenes Ziel ist wieder der Boodschapensteiger. Das ist eine Neuentdeckung, vor 4 Wochen zum ersten mal angesteuert. Der Steiger liegt idyllisch an einer der Landzungen, viel Grün drumrum. Von hier sind es nur fünf Minuten bis zum Albert Heijn in Nederhorst, da kann man dann "boodschapen doen". Doch beim Anlegemanöver passiert es! Hilfsmatrose Bernd tritt beim Versuch festzumachen ins Leere, kippt von Bord direkt zwischen Bug und Steg ins Wasser. Kleiner Schock, außer einer Prellung am Rücken ist aber nix passiert.


Proviant kommt schließlich an Bord, ein kleiner Imbiss hebt die Stimmung.

  
Das Wetter ist herrlich. Zwar nicht der heiße Sommer, aber eine milde Brise weht, das Wasser kräuselt, über allem ein hoher heller Himmel, Hollandse Luchten vom Feinsten.




Zurück in den Hafen - ELAN läuft wunderbar, bereit zu weiter Fahrt...altijd vaarklaar!



Endlich, Elan kommt in den Sommerhafen!

2. Juni 2020! Heute wird ELAN endlich vom Winterquartier in der Jachtwerf Weesp zum Sommerplatz in Nederhorst überführt. Die normale Zeit dafür ist eigentlich Anfang April. Bis dahin ist die Winterlagerung "op de kant" in der Jachtwerf bezahlt. Ein Teil der Corona-Bekämpfung in den Niederlanden war jedoch die Einschränkung der Pleziervaart. Man durfte zwar skippern, Schleusen und Brücken wurden aber nur auf Anfrage bedient. Das ist jetzt aufgehoben, normale Verhältnisse kehren zumindest auf dem Wasser zurück.


Vor zwei Wochen wurde schon die Plane entfernt und der Rumpf gereinigt. Die Jachtwerf erledigte Motorinspektion, die Dieselfilter wurden ausgetauscht. Elan liegt vaarklaar am Steiger, die Vecht im Rücken. Der Diesel startet klaglos, herrliches Wetter, herrlicher Tag!


Letzter Blick auf die Werftkade in Weesp, dann freie Fahrt auf dem schönen Fluß.


Feingeschnittene Konturen, ein früher Sommer, weiter Himmel, Hollandse Luchten vom Feinsten.


Nach 5 Kilometern dann Ankunft an der Zanderijsluis, vor uns ein Segler, der auch auf den Spiegelplas will. Brücke und Schleuse öffnen unmittelbar.


Wie so oft: magisches Wasser auf dem tiefen See.


Es ist noch früh, wir wollen noch etwas Zeit auf dem Wasser verbringen und dazu einen kleinen Bordimbiss einnehmen. Am dem Spiegelplas gibt es einen Boodschappensteiger, der liegt versteckt auf einem der Landzungen. Eine Premiere, da war ELAN noch nie.



Der Steiger liegt idyllisch und abgelegen im Grünen, man ist von da aber in fünf Minuten im Dorfkern von Nederhorst beim Albert Heijn.


Schöne Pause auf dem See, kleiner Imbiss, viel Ruhe...und danach ein Decksputz mit viel Wasser und Schrubber.


Schließlich im Jachthafen Spiegelzicht, schon in der fünften Saison der Sommerhafen vom Bootje. Der angestammte Liegeplatz ist leider belegt, zwei Plätze weiter ist allerdings frei. Ich steuere da rückwärts rein. Im Prinzip ist das kein großer Unterschied, obwohl der Platz weiter vorne an der Ausfahrt schon leichter zu manövrieren ist. Aber erstmal egal - ELAN steht gut da, Fahrten für 2020 können geplant werden. 


Zurück zum Auto dann zu Fuß. Das ist eine gute Stunde, immer an der Vecht entlang. An den Badeplätzen ist richtig was los, viel Spaß am und im Wasser.





(Kein) Start in die Fahrsaison 2020

Bootje ELAN wurde am 18.12.2019 ins Winterlager geschickt, "op de kant" in der Jachtwerf Weesp. Die Plane kam drauf, die Akkus raus, alle Kissen und Matratzen ebenso. Darauf dann ein Schnäpsken - und alles war gut (hier klick). Seit 4 Jahren geht das nun so, eigentlich keine lange Zeit, aber als spätberufener Freizeitskipper ist sowas ja schon ein liebgewonnenes Ritual (hier).
Das Boot geht also vor Weihnachten in den Winterschlaf und wird Mitte April dann wieder wach geküßt. Da endet nämlich der Wintervertrag mit der Jachtwerf. Es erfolgte die letzten Jahre Mitte April die Zuwasserlassung, eine Motorinspectie und danach dann die Überführung ein paar Kilometer flußaufwärts zum Sommerliegeplatz in den Jachthaven Spiegelzicht in Nederhorst den Berg.
Nun ist 2020 - und alles ist anders. Weltweit bestimmt ein Menetekel alle Bereiche des Lebens: CORONA. Durch die staatlichen Reaktionen zur Eindämmung des Virus kommt es zu massiven Einschränkungen des sozialen Miteinanders, der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Mobilität mit Auswirkungen bis in feinste Verästelungen des Lebens.
Natürlich hat das auch Konsequenzen für die Pleziervaart in  den Niederlanden. Schleusen und Brücken werden nicht nach Sommerfahrplan regulär bedient, die Sanitäreinrichtungen in den Jachthäfen sind geschlossen, auch Restaurants und Hotels. Dadurch ist ein normaler Fahrbetrieb, wie mit ELAN in den letzten Jahren praktiziert, natürlich nicht möglich.
Erst am 8. Mai geht es deshalb zum ersten Mal in diesem Jahr zum Boot, Voraussetzung für alles weitere sind ein paar Handgriffe: Die Plane muß runter und die Akkus müssen rein. Der Grenzübertritt bei Elten ist problemlos, der Empfang in der Jachtwerf durch Bart herzlich.


Herrliches Wetter, strahlend, klar, scharfgeschnitten. Einige Boote liegen noch auf den Stahlgestellen, an einigen Rümpfen wird gewerkelt, es riecht nach Lack, Skipper-Lust liegt in der Luft!


Die Plane ist schnell runter, und da werden direkt einige unschöne Flecken am Rumpf vom Bootje sichtbar. Auch die gelbe Welle am Wasserpaß stört. Der Werftchef  bringt zwei Wundermittel dagegen vorbei. Es wird geputzt, die Wirkung ist umwerfend: Das Bootje strahlt.



Normalerweise könnte jetzt eine Durchsicht des Motors erfolgen und ELAN ins Wasser gelassen werden. Dann so wie letztes Jahr eine schöne Übernachtung in Weesp und am nächsten Tag eine genußreiche Überführung nach Nederhorst (klick).


Geht alles nicht, also nur ein kurzer Blick auf die Vecht in Richtung Weesp, hinten die Spoorbrug und der Kirchturm. Hier wurde oft geskippert und gekreuzt, zu Beginn beim Kauf des Bootes, für Tagestouren hoch bis Pampus oder auf dem Weg zu langen Touren in Richtung Noordholland.


Was bleibt? Wir fahren für einen Einkauf in den großen Albert Heijn im Maxis-Winkelcentrum zwischen Diemen und Muiden. Auf dem Parkplatz ist der große Stand von Urker Visspecialiteiten Baarssen. Fleißige Frauen bereiten da feine Snacks zu: Nieuwe Haring met uien en komkommers > Holland maximaal!