10. August 17 > zur Reparatur nach Weesp

ELAN macht Mucken! Nach dem großen Zusammenbruch oben auf offener See zwischen Volendam und Marken und anschließendem Reparaturmarathon im Jachthaven Waterland in Monnickendam trat ein Problem mit der Gasannahme auf, die Rückfahrt an die Vecht wurde dadurch unnötig nervös vor ein paar Tagen. Also muß das geliebte Bootje wieder in heilende Hände, schneller Trip nach Nederhorst und kleiner Transfer nach Weesp in die Jachtwerf, ein Betrieb meines Vertrauens. Da haben wir ELAN zum ersten mal gesehen, gekauft und vor über einem Jahr zum ersten mal bewegt und abgeholt, zudem im letzten Winter dort auch in die Winterstalling an Land gegeben. Der Bas dort ist der Bart, als Sohn niederländischer Flußschiffer in Bingen am Rhein geboren.



Immer schöner Moment: Nach der Schleusung Passage auf die Vecht.
Und Fun-Bootjes stimmen heiter...



30 Minuten die Vecht in Richtung Muiden, Jachtwerf Weesp an Backbord, da wird alles wieder gut...



Die erste Diagnose ist nicht ermutigend: Das Problem mit Leerlauf und Gasannahme könnte statt von den Bowdenzügen von einem kapitalen Defekt der Dieselpumpe herrühren!



ELAN liegt hier am Steiger friedlich neben einer Waterland 700, ein Omen etwa? Einen solchen Typ hatte ich im letzten Jahr im März auf der Suche nach einem Bootje mit Klaus in Friesland besichtigt, in Erwägung gezogen, dann allerdings verworfen. ELAN bleibt hier, Statusmeldungen der Werft erfolgen per Mail.



Auf dem Rückweg zum Auto zieht die feine Vecht in Weesp nochmal Blicke, viel Bootjes-Verkehr, schönes Gleiten, Wasser, Luchten - das kann hier was...





8. August ´17 Von Monnickendam zurück an die Vecht

ELAN liegt nun schon 16 Tage im Jachthaven Waterland in Monnickendam! Vor über zwei Wochen kam es da ja in der Bucht zwischen Volendam und Marken zur Überhitzung infolge Wasserpumpenausfall. Umfangreiche und teure Reparaturen folgten. Endlich ist jetzt Gelegenheit, das Bootje wieder zurück in die Heimat zu holen, leider nur eintägig, dafür mit Ullo als Matrose zur Unterstützung.

Das Tagespensum ist zwar groß, trotzdem gibt es zur Einstimmung eine kurze Koffie-Pause in der Oude Taverne in Durgerdam. Ein "ewiges" Ziel seit vielen Jahren auf der Rückfahrt von Egmond nach Hause. 



Das feine alte Durgerdam, auf der anderen Seite das wachsende Ijburg.  Ein komplett neuer Stadtteil ist da in den letzten Jahren entstanden, künstlich aufgeschüttet. Dazwischen die Passage nach Amsterdam in Richtung der Oranjesluizen.

ELAN in Monnickendam, sie liegt da zwischen den Seglern und scheint abfahrbereit. Pumpe, Injektor und Abgasanlage sind neu. Leider gibt es dafür plötzlich ein Problem mit der Einhebelschaltung: Der Motor dreht im Leerlauf bei 1300 Touren, Gas läßt sich kaum regulieren, irgendwas mit den Zügen scheint verstellt zu sein. Das hier nachsehen zu lassen würde dauern. Ich entscheide deshalb, mit dem Problem zu starten - auch wenn auf der Route 4 Schleusen und 4 tiefe Brücken passiert werden müssen.


Vorher werden aber noch Gebühren für die Liegezeit fällig, man gewährt großzügig einen Nachlass, kassiert werden nur 130€. Das reicht dann aber auch mit Zahlungen hier...


Aufbruch aus Monnickendam auf dem Binnenweg, hierher waren wir ja über die Route übers Markermeer gekommen. Erst dauert es etwas, im Ortsbereich sind zwei Schleusen und eine Brücke zu passieren, dann aber freie Fahrt nach Süden Richtung Amsterdam, dazu schöner Provence-Rosé, Sonne, die Stimmung hellt auf.



Passage durch Trekvaart-Idylle, über den Noordhollands-Kanal, nochmal zwei Brücken, schließlich Amsterdam Noord...



...bis zur Wilhelm I Sluis, gleiche Stelle wie vor gut einem Jahr auf der Rückfahrt von der großen Noordholland-Schleife.


Gegenüber Centraal-Station auf das IJ, lebendiges Wasser voller Schiffe, ringsum viele Eindrücke an Bauten und Menschen, immer wieder klasse...




Hier heißt es vorsichtig zu manövrieren und immer Rundumsicht zu halten. Es ist Hafengebiet mit unterschiedlichstem Schiffsverkehr von der Schaluppe bis zum Ozeanriesen, der in alle Richtungen kreuzt. Vor allem die Pendelfähren ans Nordufer sind schnell. Östlich hinterm Bahnhof Kurswechsel, wir nehmen links am Nemo vorbei die Grachten-Passage durch die Stadt...



...und kommen nach zwei Kilometern auf der Herengracht auf die Amstel, dort festmachen für einen verdienten Imbiss.



Eine Albin in der Version Fisherman (ohne Achterkajüte) passiert, jedoch in furchtbarem Zustand: Man hat dem Boot bis auf eine Art Spoiler das Steuerhaus abgeschnitten, es ist unten gelb verwittert und mit allerlei Müll befendert.


Weiter auf der Amstel, dann abbiegen auf die Weesper Trekvaart, kurz hinter dem Rembrandt-Toren.


Von hier geht es über Diemen unter zwei Brücken durch bis zum Amsterdam-Rijn-Kanaal, da ist nochmal eine Zugbrücke zu nehmen.


Direkt gegenüber beginnt die Ortsdurchfahrt durch Weesp und man wäre danach auf der Vecht. Die Passage ist aber eng und hat drei Brücken mit knapp geschnittenen Warteplätzen. Gas und Schaltung nerven doch sehr mit Ungenauigkeit, darum meide diese Strecke und entschließe mich zur Weiterfahrt auf dem Kanal südlich bis Nigtevecht. Da trifft der Kanal unmittelbar auf die Vecht, es gibt nur eine Brücke, die sich auch sofort öffnet. 

Vor der Heimatschleuse schließlich noch ein Bad, wunderbar...



Heimkehrerlicht auf dem Spiegelplas



ELAN ist wieder zurück, wir stehen in Nederhorst aber ohne Auto da. Also mit dem Bus nach Weesp, von da mit dem Zug nach Amsterdam-Centraal und nochmal mit dem Bus nach Monnickendam, das dauert alles...




Holland im Juli, ohne Bootje...

Das zweite lange Wochenende mit ELAN, lange geplant war das. Doch das Bootje liegt immer noch fest im Jachthaven Waterland in Monnickendam! Dahin wurden wir mit Motorpech ja am letzten Wochenende geschleppt, die Wasserkühlung war zusammengebrochen. Das ist mittlerweile behoben, eine neue Wasserpumpe und der Injektor wurden ausgetauscht, in Summe für über 1300€. ELAN ist also eigentlich wieder fahrbereit, doch der Monteur rät zu weiteren Maßnahmen. Die Abgasanlage sei zu alt, das Ventilsystem anfällig für Wasserrücklauf durch den Abgaskanal in den Motor. Ein Umbau auf ein  modernes System sei deshalb angeraten, Umbaukosten incl. Material ca. 600€. Eigentlich wollten wir ELAN an diesem Freitag zurück an die Vecht bringen. Wir lassen sie stehen und fahren mit dem Auto direkt zu Sabinas Ferienhaus bei den Loosdrechter Plassen.


ELAN bei den Seglern im Jachthaven Waterland in Monnickendam.


Ein schönes kleines Häusken, doch vorne am Steiger fehlt was.


Geplant war eine Bootstour die Vecht aufwärts in Richtung Utrecht. Ohne Boot wird daraus eine Autotour.


Utrecht, noch nie dagewesen, immer nur auf der Autobahn vorbei in Richtung Amsterdam. Großer Fehler - in der Altstadt bietet die Oudegracht großartige Kulisse, südländisches Treiben, feine Atmosphäre.




Der Samstag ist regnerisch an der Vecht, nördlich ist es besser. Wir machen eine Tagestour nach Egmond und Bergen, ewige Ziele.





Ein lieber Klassiker: Das Westmalle Dubbel in der Taverne in Bergen mit Kopje Koffie. Zurück an die Vecht am Nachmittag, das Häusken von Sabina, gebucht über Airbnb, ist sehr gemütlich. Gelegen direkt am Fahrwasser zwischen der Vecht und den Loosdrechter Plassen, wie schon im letzten Jahr (klick) ein feines Ziel.




Auf der Rückfahrt am Sonntag machen wir einen Abstecher in die Hoge Veluwe nördlich Arnheim, dem großes Naturschutzgebiet mit dem Kröller-Müller Museum mittendrin. Die Sonne zeigt sich, Fietstocht auf den Witte Fietsen, schöner Ausklang...




Monnickendam im Juli 2017

Das erste von zwei langen Wochenenden auf ELAN! Lange geplant und heiß erwartet! Leider anders als gedacht...
Zunächst bei herrlichem Wetter und Hollandse Luchten auf die Vecht und dann nach Norden, der Kurs steht.


Durch Muiden, Groote Zeesluis, Routinemanöver!


Dahinter wird es eng, ein kleiner Stau...








...denn alle wollen auf das große Wasser, das Markermeer.


Zunächst Kurs auf Pampus, da gibt es im kleinen Hafen einen Steiger, wo man kurz festmachen kann.
Herrliches Wetter,  einen Imbiss genießen.



Dann weiter, ein Schlag übers offene Wasser nach Norden.


Am Horizont taucht schon Marken auf, Kimme und Korn auf den berühmten Leuchtturm!


Het Paard van Marken auf Backbord! Da sind wir bei Besuchen von Marken schon oft von Land aus gewesen, immer mit dem Rad.


Dann aber wird es unruhig! Die Leistung bricht ein, Waterplanten auf der Welle! Ins warme Wasser vor Marken und per Hand gereinigt, die Schraube dreht wieder frei.


Danach läuft ELAN wieder wunderbar, gleitet mit herrlicher Heckwelle, steuerbord liegt Volendam.


Doch dann völliger Zusammenbruch: Die Leistung bricht weg, es qualmt von unten aus allen Ritzen, der Motor überhitzt, der Kühlwasserlauf ist unterbrochen! Motor aus, wir treiben in der Gouwzee! Marken an Backbord, Volendam achtern und die Silhouette von Monnickendam schon voraus sind wir hilflos. Ich telefoniere Hilfe vom Jachthaven Waterland in Monnickendam herbei, unserem Ziel der Reise. 


Schleppdienst in die stolze Stadt Monnickendam, so hatte ich mir das nicht vorgestellt!


ELAN liegt mit Motorpech am Passantensteiger.


Der Skipper versucht sich am Impeller und am Wasserfilter, beides vergeblich.


Diagnose der Monteure im Hafen: Die Kühlwasserpumpe ist defekt, Kosten für Neuteil: 700€!!! Wir nehmen es mit Galgenhumor, beziehen unser Zimmer im Hafen und genießen die schöne alte Stadt Monnickendam.


"Slapen op de Haven" im Jachthaven Waterland, sehr fein.





De Waegh, ein Gebäude aus 1668.




Am anderen Morgen das Ontbijt am Boot.


Ohne Boot, also bietet sich eine Fietstocht rüber nach Marken an. Die Insel ist seit 1957 durch einen Damm mit dem Festland verbunden.



Herrliche Insel, nur etwas Rummel am Hafen, sonst steht die Zeit...


Am "Paard" - gestern noch mit ELAN umrundet, heute mit den Huurfietsen von Land aus.


Unten der Hafen von Marken, da an der Kade sollte heute eigentlich ELAN festgemacht werden. Geplant war für den Samstag eine Binnentour nach Edam, durch die Stadt aufs Markermeer und über Marken wieder zurück nach Monnickendam.


Zweite Nacht im Hafen



Am Sonntag lassen wir ELAN im Hafen zurück und fahren mit Bussen und Bahn über Amsterdam zurück nach Nederhorst zum Auto.


Der Plan ist, am nächsten Wochenende nach erfolgter Reparatur das Bootje zurück an die Vecht zu holen. Doch das wird auch dem Scheitern verpflichtet sein, dazu mehr im nächsten Post...